Momentan können die Apfelsorten Elstar, Gala, Cox-Orange, Goldparmäne, Ingol und Alkmene auf den Obstplantagen von Schröder geerntet werden. Foto: Pixabay
Obstplantagen

Wenig Äpfel zum Selbstpflücken

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Trockene Sommer und Frost führen zu einer schlechteren Apfelernte in diesem Jahr.

„Die Jahre 2018 und 2019 sind extrem trocken gewesen“, sagt Hans-Olaf Schröder, Mitbesitzer von Schröders Obstplantagen in Thedinghausen. Dazu kam ein schwieriges Frühjahr mit Frost. „Das hat dazu geführt, dass unser diesjähriges Angebot sehr knapp ausfällt“, sagt der Obstbauer. „Momentan öffnen wir nur an den Wochenenden. Wir wollen unsere Besucher nicht enttäuschen, wenn es keine Früchte mehr zu ernten gibt.“

Auf der Homepage und im Newsletter werden die Kunden informiert, ob es sich noch lohnt, an dem Tag zum Pflücken zu kommen. Die Ernte läuft so ab, dass das Auto mit den Insassen vor dem Pflücken gewogen wird und einmal nach der Ernte. Die Differenz der Kilos wird bezahlt. Dabei spielt es keine Rolle, welche Apfelsorten, Birnen oder Pflaumen gepflückt wurden. „Die letzten Jahre lag der Preis konstant bei 1,20 Euro, in diesem mussten wir ihn auf 1,50 Euro je Kilo anheben“, sagt Schröder.

Viele Besucher

Seit 1965 können Besucher Obst bei Schröders selbst gepflücken. „In einem Rekordjahr haben wir in sieben Stunden 702 Autos gewogen. „Deswegen ist die Autowaage das einfachste System. Der Nachteil ist natürlich, dass einige Sorten teurer wären“, erklärt Schröder. Wenn man als Person nur einen der Bäume mieten würde, hätte man nicht die Auswahl verschiedener Sorten und auch mal Pech, dass an dem Baum kaum Früchte hängt.

Viele Besucher pflücken auch gerne Äpfel an Bäumen, die nicht zu einem Obsthof gehören. „Im Prinzip darf man nicht einfach irgendwo pflücken“, sagt Annette Siegert, zuständig für Umweltbildung beim Naturschutzbund Bremen. Sicherheitshalber sollte man den Grundstücksbesitzer vorher fragen. „Außerdem sollten die Äpfel immer gut abgewaschen werden. Es können immer Pestizide oder, vor allem an Hauptstraßen, Umweltbelastungen am Obst sein“, sagt die Umweltbeauftragte.

Lebensmittelwertschätzung

Wenn an einem Baum ein gelbes Band ist, können dessen Früchte auch ohne Rücksprache geerntet werden. Diese Aktion des Zentrums für Ernährung und Hauswirtschaft soll helfen, gegen Verschwendung und für die Wertschätzung regionaler Lebensmittel einzustehen. Ein ähnliches Konzept hat die Internetseite mundraub.org. Dort tragen Besitzer von Obstbäumen oder -sträuchern ihre Pflanzen auf einer digitalen Karte ein. So können Leute einfach auf der Seite nachschauen, wo in ihrer Umgebung Orte sind, an denen Obst, Nüsse oder Kräuter gepflückt werden können.

Hans-Olaf Schröder sagt: „Es ist lokal sehr unterschiedlich, wo die Ernte gut ist und wo nicht. Wir hatten sehr wenig Regen und andere Regionen, die gar nicht weit weg waren, hatten eine bessere Saison.“ Dass die Bäume dieses Jahr allerdings so wenig Früchte tragen, lässt hoffen, dass im nächsten Jahr wieder mehr wachsen. Schon jetzt seien einige Blütenknospen für das nächste Jahr zu sehen. „Es wäre schön, wenn nächstes Jahr einfach wieder normal wäre.“

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