Hajo Kaemena hat spezielle Flächen zum Schutz von Wildbienen angelegt. Die Sanddüne dient den gefährdeten Arten als Nistplatz, die Wiese als Nahrungsquelle. Foto: Holz Hajo Kaemena hat spezielle Flächen zum Schutz von Wildbienen angelegt. Die Sanddüne dient den gefährdeten Arten als Nistplatz, die Wiese als Nahrungsquelle. Foto: Holz
Tierschutz

Wohnen im Sandberg

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Das Wildbienenprojekt auf dem Hof Kaemena ist trotz großer Trockenheit erfolgreich angelaufen.

Mit 100 Blühpaten hatte Hajo Kaemena gerechnet, als er entschied, größere Flächen seiner Äcker als Blühwiesen herzurichten. Vor allem Wildbienen sollten dort Nahrung und Lebensraum finden.

„Es sind über 400 Paten geworden, das Projekt kommt bei den Bremern super an und die Resonanz ist enorm“, sagt der Spargel- und Erdbeerbauer aus Oberneuland.

Vom Biologen fachlich begleitet

Gemeinsam mit dem Biologen und Wildbienenexperten Rolf Witt hatte Kaemena im Frühjahr die mehrjährigen Blühwiesen angelegt.

Saatgut von heimischen Kräutern als Nahrung für gefährdete Wildbienenarten, dazu Totholzhaufen und große Sanddünen sollten zum neuen Lebensraum werden.

„Es war leider viel zu trocken und einige Pflanzen sind direkt verdorrt. Andere haben es aber geschafft“, sagt Kaemena und schaut sich auf dem Stück Land um, auf dem nun Wildkräuter statt Erdbeeren stehen. Die meisten dieser Pflanzen sind klein und unscheinbar.

„Vieles blüht auch erst im zweiten Jahr“, erklärt Kaemena. Es gehe aber auch gar nicht darum, etwas Schönes fürs Auge zu pflanzen.

Spezielle Saatgutmischung

Die Saatgutmischung ist speziell auf die heimischen Wildbienen abgestimmt – und kostete entsprechend. 1.000 Euro hat Kaemena für zehn Kilogramm Saatgut bezahlt. Diese Kosten sowie die für das Bestellen der Blühflächen kommen über die Blühpaten wieder herein.

10.000 Quadratmeter hat der Landwirt im Mai für das Wildbienenprojekt angelegt und auch für das kommende Jahr haben schon Paten angefragt. „Wir erweitern die Flächen dann auf insgesamt 13.000 Quadratmeter“, sagt Kaemena.

Die Patenschaften sind auch deshalb so wichtig, weil es laut Kaemena für den Schutz von Wildbienen keine Förderungen gibt.

Entschleunigung trotz Stress

Das Wildbienenprojekt hat in diesem stressigen Sommer neben Arbeit aber auch für Entspannung bei Kaemenas gesorgt. „Man muss Geduld haben und sehen, was wirklich wächst. Dann schaut man, welche Tiere sich ansiedeln. Die Wildbienen zu beobachten ist ein toller Stressabbau und entschleunigt“, sagt Kaemena, der Fotos der Tiere an den Biologen Witt sendet.

Dieser bestimmt die Arten und berät Kaemena bei den weiteren Schritten, auch direkt vor Ort.

Gefährdete Arten angesiedelt

Die Hosenbiene (l.) und die Zweihöckrige Mauerbiene (r.) stehen auf der Vorwarnliste der Roten Liste Bienen in Niedersachsen. Bei Kaemenas in Oberneuland haben sie einen passenden Lebensraum gefunden. Fotos. Kaemena

Die Hosenbiene (l.) und die Zweihöckrige Mauerbiene (r.) stehen auf der Vorwarnliste der Roten Liste Bienen in Niedersachsen. Bei Kaemenas in Oberneuland haben sie einen passenden Lebensraum gefunden. Fotos. Kaemena

Bereits zwei Arten hat Witt auf der Wildbienenwiese identifiziert, die auf der Vorwarnliste der Roten Liste Bienen Nidersachsen stehen. Für Kaemena sind die Blühwiesen damit ein Gewinn, auch wenn sie viel Arbeit bedeuten.

„Es ist wertvoller als eine Sonnenblumenwiese und eine tolle Sache“, sagt der Landwirt.

Blühpatenschaften, auch als Geschenkidee, können unter kaemena-blueht.de angefragt werden. Dort gibt es auch weitere Informationen zum Wildbienenprojekt.

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