Peter Pekarik (links) hat keine Mühe, den Ball an Jiri Pavlenka vorbei zum 0:1 einzuschieben. Foto: Nordphoto
Bundesligaauftakt

Werder geht gegen Hertha unter

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Die Werderfans sind zurück im Weserstadion - doch der Abstiegskampf ist es leider auch schon wieder.

Neue Saison, altes Lied: Der SV Werder Bremen bleibt ein Abstiegskandidat in der Bundesliga. Die Grün-Weißen starteten mit einer verdienten 1:4 (0:2)-Heimpleite gegen Hertha BSC in die neue Spielzeit. Den Bremern half auch nicht, dass sie erstmals nach über einem halben Jahr in der Corona-Pandemie wieder vor Zuschauern spielen durften und sie von 8.500 Fans angefeuert wurden.

Die mussten vier Gäste-Tore von Peter Pekarik (42.), Dodi Lukebakio (45.+2), Matheus Cunha (62.) und Jhon Cordoba (90.) ertragen. Lediglich das zwischenzeitliche 1:3 von Davie Selke (69.) durfte bejubelt werden. Ein schwacher Trost, denn jeder wusste: In dieser Verfassung der Mannschaft hat der Abstiegskampf schon wieder begonnen.

Werder-Coach Florian Kohfeldt hatte sich in einem neuen Outfit präsentiert – im schwarzen Polohemd und grauer Chino-Hose statt wie sonst bei Spielen im Trainingsanzug. Doch auf dem Rasen sah vieles so aus wie in der katastrophalen Vorsaison.

Werder zögerlich und ungenau

Werder tat sich extrem schwer im Spiel nach vorne. Davie Selke bekam als einzige Spitze kaum einen Ball, denn die Dreier-Reihe dahinter mit Josh Sargent, Yuya Osako und Tahith Chong agierte oft zu zögerlich und ungenau. Vor der Pause gab es nur eine Chance, eine kleine, denn Sargents Schuss aufs kurze Eck nach Chong-Vorarbeit war kein Problem für Keeper Alexander Schwolow (31.).

Immerhin: Hinten stand Werder mit den beiden Sechsern Davy Klaassen und Maximilian Eggestein sowie der Viererkette Theodor Gebre Selassie, Niklas Moisander, Marco Friedl als Toprak-Ersatz und Ludwig Augustinsson ganz gut. Ein Kopfball von Krzysztof Piatek an die Latte (19.) – mehr ließen die Bremer nicht zu.

Bis die Pause nahte. Da vergaßen alle Bremer, die Berliner zu attackieren. Gebre Selassie ließ schließlich Maximilian Mittelstädt den Ball von außen hereingeben und Sargent seinen Gegenspieler Peter Pekarik widerstandslos zum 1:0 einschießen (42.). Was für ein Tiefschlaf!

Nur kurze Freude über VAR-Entscheidung

Kurz darauf folgte ein Blackout von Friedl, der Pekarik umgrätschte und Glück hatte, dass der Video-Assistent das Foul anders als Schiedsrichter Sascha Stegemann außerhalb des Strafraums gesehen hatte. Kein Elfmeter, sondern nur Freistoß. Glück für Werder!

Doch darüber konnten sich die Bremer kaum freuen, denn nur Sekunden später markierte Dodi Lukebakio das 2:0 (45.+2). Maximilian Eggestein hatte im Mittelfeld den Ball ungeschickt verloren, Vladimir Darida die Kugel umgehend in die Schnittstelle zu Lukebakio gespielt. Werder war erneut überrumpelt worden – und die Anhängerschafft bedient. Zur Pause gab es Pfiffe von den Rängen.

Kohfeldt reagierte, brachte Leonardo Bittencourt für den schwachen Osako. Zudem rückten Klaassen sowie die beiden Außen Chong und Sargent etwas weiter nach vorne, aus dem 4:2:3:1 wurde ein 4:1:2:3. Bittencourt machte auch sofort mit einem abgefälschten Schuss, den Schwolow parierte, auf sich aufmerksam (49.).

Pavlenka gibt keine gute Figur ab

Doch dann hatte die Hertha die Sache schnell wieder im Griff. Und Matheus Cunha machte mit dem 3:0 eigentlich schon alles klar (62.), weil Werder mal wieder keinen Zugriff bekommen und auch Keeper Jiri Pavlenka beim Flachschuss keine gute Figur abgegeben hatte.

Werder lag am Boden. Klaassen und Chong mussten runter, Niclas Füllkrug und Nick Woltemade sollten das Unmögliche noch möglich machen (64.). Und siehe da, es ging doch noch etwas nach vorne. Ausgerechnet Selke mit seinem ersten Bundesliga-Tor seit seiner Rückkehr zu Werder im vergangenen Januar machte den Gastgebern wieder etwas Hoffnung (69.). Die Hertha-Leihgabe hatte nach einer Augustinsson-Flanke per Kopf gegen die alten Kollegen getroffen.

Auf der anderen Seite verhinderte Pavlenka mit einer tollen Reaktion gegen Corodoba den umgehenden Knockout (71.). Aber dieses Risiko mussten die Bremer nun gehen. Immerhin war jetzt endlich Leben drin. Sargent hätte fast zum 2:3 eingeköpft, doch Mittelstädt checkte ihn gerade noch weg (74.). Elfmeter? Stegemanns Pfeife blieb stumm, genauso wie der Video-Assistent.

Füllkrug wird nicht belohnt

Füllkrug zeigte noch mal großen Einsatz, wurde aber nicht belohnt, Schwolow war erneut zur Stelle (87.). Strahlende Gesichter gab es eben nur bei den Berlinern, bei denen Neuzugang Cordoba sogar noch das 4:1 bejubeln durfte (90.).

Was für eine bittere Heimpleite für die Bremer. Nach der großen Freude über den Klassenerhalt in der Relegation und der guten Vorbereitung ist die Stimmung an der Weser schon wieder ziemlich gedrückt.

Und am nächsten Samstag geht es zum FC „0:8 gegen die Bayern“ Schalke. Läuft es dort ähnlich wie gegen Berlin, dürfte es für Trainer Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann schon wieder ungemütlich in Bremen werden.

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