Mit ihrem bunt und auffällig gestalteten ehemaligen Linienbus vermitteln Hartmut Köhler (links) und André Gieschen Schulkindern wichtige Informationen und Verhaltensregeln. Foto: VBN
Busschule

Unfall ist eingeplant

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Wenn die Busschule des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen anrollt, gibt es immer einen Showdown.

Die schönste Bestätigung für ihre Arbeit erhielten Hartmut Köhler und André Gieschen ausgerechnet in der Corona-Zeit. „Es gab ganz viele Anfragen von Schulen, wann wir denn mal wieder vorbei kommen könnten“, berichtet Köhler mit einem stolzen Lächeln.

Die Beiden dürften zu den beliebtesten und wahrscheinlich auch bekanntesten Busfahrern rund um Bremen gehören. Denn das Duo verkörpert seit drei Jahren die sogenannte Busschule des Verkehrsverbunds Bremen/Niedersachsen (VBN). Spaß und Abwechslung an den Schulen sind dabei garantiert – und lernen können die Kinder und Jugendlichen auch, denn darum geht es eigentlich in erster Linie.

Flotte Sprüche inklusive

Dafür wird den Kindern ein elfminütiger Film gezeigt über den Hin- und Rückweg eines Kindes zur Schule, inklusive Busfahrt und natürlich einigen eingebauten Fehlern, die die kleinen Zuschauer erkennen sollen. „Der Film ist so richtig aus dem Leben und witzig gemacht“, erzählt Köhler, der mit seinen homorvollen Kommentaren und Erläuterungen dabei noch zusätzlich für Unterhaltung sorgt. „Aber den Kinder soll natürlich auch der ernsthafte Hintergrund der Sache bewusst werden“, sagt der 63-Jährige, der bei seinen flotten Sprüchen immer darauf achtet, mit welcher Alterklasse er es zu tun hat.

„Mit Erstklässlern muss man da schon vorsichtiger und mit mehr Fingerspitzengefühl reden. Man will ihnen ja schließlich nicht furchtbare Angst machen, so dass sie sich hinterher nicht mehr trauen, in einen Bus einzusteigen“, erklärt Köhler. Kids aus der vierten oder fünften Klasse seien hingegen meist ganz anders. Bei denen komme es viel besser an, wenn man auch mal einen drastischeren Vergleich wählte, plaudert er.

Bremstest als Showdown

Der große Showdown ist aber immer der Bremstest, den die Kinder hautnah miterleben können. Ebenso wie den eingeplanten Unfall des mitgebrachten Dummys. „Das ist mein Freund Herbert – und der ist ein bisschen doof“, führt Köhler den leeren Wasserkanister immer ein, der wenige Minuten später Leidtragender des kleinen Crashtests sein wird.

Denn während die Kinder von Köhler und Gieschen allesamt sicher in den Sitzbänken untergebracht werden, ist Herbert eben das genaue Gegenteil.  „Er setzt sich nicht vernünftig hin, sondern stellt sich in den Gang, ohne sich festzuhalten“, erklärt Köhler den Schülern, bevor er den Bus in Bewegung setzt und etwa beim Tempo von 15 Kilometer pro Stunde kräftig bremst. Herbert kegelt durch den Bus, die Kinder lachen.

Kinder beeindruckt

„Aber wenn ich ihnen dann sage, dass dies auch einer von ihnen hätte sein können, dann merken sie, dass es doch nicht so lustig ist und sind ziemlich beeindruckt“, sagt Köhler. Vor allem wenn man den Kindern dann noch klar mache, dass dies eine Geschindigkeit sei, mit der sie selbst auf dem Fahrrad unterwegs seien oder Mama oder Papa vor dem Supermarkt einen Parkplatz suchten. „Dann behalten sie solch ein Erlebnis wirklich noch viele Jahre lang im Kopf“, hat Köhler festgestellt.

Ihren eigentlichen Job als Busfahrer im Liniendienst des Landkreises üben Köhler und Gieschen kaum noch aus. Auf Achse sind die Beiden aber dennoch fast jeden Tag. Mit ihrer Busschule klapperten sie im vergangenen Schuljahr 70 Schulen in der Region ab, bildeten mehr als 100 ältere Schüler zu Schulbusbegleitern aus, gaben an 17 Terminen Mobilitätstrainings für Senioren und informierten an 70 Tagen in 39 Gemeinden über den Bus und Bahn.

Auch in Corona-Zeiten ist die Busschule unterwegs. Dabei wird das Fahrzeug zwischen den Besuchern der einzelnen Klassen immer wieder desinfiziert und die Kinder müssen beim Einsteigen eine Maske tragen.

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