Das RUZ-Team stellt sich auf der Streuobstwiese dem Mammutprojekt Schaugarten: Martin Brinkmann, Katharina Warmuth, Beate Nicolai, Kerstin Fischer und Marina Becker-Kückens. Foto: Buntemeyer
Insekten schützen

Ein Paradies für Bienen & Co.

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Das Regionale Umweltbildungszentrum Hollen startet ein Projekt zum Insektenschutz im eigenen Garten.

Mehr als 75 Prozent der Gesamtmasse an Fluginsekten ist in den vergangenen 30 Jahren verschwunden. Die Situation des Insektensterbens, die Forscher des Entomologischen Vereins Krefeld in Zahlen veröffentlicht haben, ist nach wie vor dramatisch. „Aber wir können alle selber etwas dagegen tun“, sagt Marina Becker-Kückens, Geschäftsführerin des Regionalen Umweltbildungszentrums (RUZ) Hollen. INSA soll es nun, zumindest ein Stück weit, in der Region aber auch überregional richten. Der einprägsame Name steht für das neueste Projekt des RUZ, die Insektenschutzakademie. Und die hat es in sich. Mit einem Gesamtvolumen von 770.000 Euro ist sie das bislang größte Vorhaben des Umweltbildungszentrums. Mit dieser beachtlichen Summe möchten die Verantwortlichen dem brisanten Insektensterben den Kampf ansagen und als „Hauptwaffe“ einen öffentlich zugänglichen Schaugarten mit Stelltafeln und interaktiven Elementen auf dem Gelände des RUZ schaffen, betreiben und pflegen, einschließlich Rundum-Info-Paket. Baubeginn ist noch im November, voraussichtlich gehen die Arbeiten bis zum Sommer. Ziel soll sein, den Menschen die Möglichkeiten des Insektenschutzes im eigenen Garten aufzuzeigen.

Ein Areal, viele Lebensräume

Und so sehen die Pläne konkret aus: Auf einem rund 2.000 Quadratmeter großen Areal der Streuobstwiese soll mit dem Schaugarten ein Paradies für Insekten mit verschiedenen Lebensräumen entstehen. Ein Staudenbeet, ein Kräuterrasen, eine Blumenwiese, Wall- und Wildrosenhecken sollen für blühende Anziehungspunkte der summenden, krabbelnden und kriechenden Bewohner sorgen. Dazu wird eine Trockenmauer aus Recyclingsteinen aufgeschichtet, die in ihren Zwischenräumen genug Platz für Insekten bietet. Ebenso sollen Totholz und ein Teich Lebens- und Nahrungsräume anbieten. „Das Ziel ist, unterschiedliche Lebensräume zu schaffen, die auch zu Hause umsetzbar sind. Ein Kräuterrasen zum Beispiel ist auch privat möglich“, so Becker-Kückens.
Hand in Hand geht das mit jeder Menge Informationen. So sollen nicht nur Kurse für Schulklassen sowie Seminare und Vorträge für Erwachsene angeboten, sondern auch Infotafeln aufgestellt werden, die sich etwa Radfahrer auf Ausflügen ganz spontan ansehen können. „Wir möchten auch eine Faszination für Insekten wecken, denn wenn man von etwas fasziniert ist, schützt man es auch“, meint Projektmitarbeiterin Katharina Warmuth.

100 Privatgärten gesucht

Und es geht noch weiter: Das RUZ sucht derzeit 100 Privatpersonen, die ihre Gärten insektenfreundlich umgestalten möchten und das Insektenvorkommen in der Projektlaufzeit bis Januar 2025 beobachten. Weitere Projektinhalte sind ein Insekten-Monitoring, bei dem jeder Bürger mitmachen kann, ein jährlicher Aktionstag und die Gründung eines Arbeitskreises „Insektenschutz im Garten“. Interessenten, auch für den Arbeitskreis, wenden sich per E-Mail an insa@ruzhollen.de. Als überregionales Angebot wird das Ganze ergänzt von einer virtuellen Insektenschutzakademie mit der Möglichkeit eines 3-D-Rundgangs durch den Schaugarten. Dort werden auch Unterrichtsmaterialien und Infos zur insektenfreundlichen Gartengestaltung bereitgestellt. Die Homepage insektenschutzakademie.de befindet sich noch im Aufbau.  Ein Instagram-Auftritt soll 2021 folgen.
Das Thema Insekten war bislang nicht Teil des Kursprogramms des RUZ. Die Anregung dazu kam laut Becker-Kückens von den Lehrkräften, die regelmäßig die Umweltbildungsangebote wahrnehmen. Über das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) erfuhr das Team von einem Förderprogramm gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN). „Wir brauchten einen langen Atem“, so die RUZ-Chefin, denn schon vor drei Jahren wurden die ersten Kontakte zum BfN geknüpft. Nach dem Erstellen einer detaillierten Projektskizze, die auch überregional von Bedeutung sein sollte, gab es im August dieses Jahres endlich grünes Licht – und die benötigten Fördergelder. 660.000 Euro an Mitteln gab es vom Bund, weitere 90.000 Euro von der Niedersächsischen Umwelt-Bingostiftung. Der „lange Atem“ hat sich also gelohnt. „Wir sind extremst motiviert“, sagt Becker-Kückens, „es wird ein Highlight für Ganderkesee.“

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