Eren Dinkci überwindet den Mainzer Torwart Robin Zentner zum 1:0-Siegtreffer. Foto: Nordphoto / Bratic
1:0-Sieg in Mainz

Dinkci köpft Werder ganz spät zum Sieg

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Diesen Tag wird Eren Dinkci nie vergessen: Der 19-Jährige köpfte Werder bei seinem Bundesliga-Debüt zum Sieg.

Damit noch nicht genug. Der Treffer fiel in der 90. Minute, nachdem Dinkci erst kurz zuvor eingewechselt worden war. Der Stürmer hat damit gleich zwei Werder-Serien beendet: Nach zehn Partien gab es endlich wieder einen Sieg und auch das Thema vier Pleiten am Stück ist abgehakt. Nach 13 Spieltagen und vor der kurzen Winterpause beträgt der Abstand auf den Relegationsplatz vier Punkte, auf den ersten Abstiegsplatz sogar acht Zähler. So macht auch Werder Weihnachten Spaß.

Werder-Coach Florian Kohfeldt hatte vor der Partie einen weiteren namhaften Ausfall in der Offensive wegstecken müssen. Neben Niclas Füllkrug, Milot Rashica und Davie Selke stand kurzfristig auch Leonardo Bittencourt wegen einer Sprunggelenksverletzung nicht zu Verfügung. Immerhin: Sein Einsatz am Mittwoch im DFB-Pokal gegen Hannover 96 soll nicht ausgeschlossen sein. Für Bittencourt durfte Romano Schmid ran und ersetzte dabei im Vergleich zum Dortmund-Spiel (1:2) Manuel Mbom, um Werder etwas offensiver agieren zu lassen.

Doch gegen sehr vorsichtige Mainzer war das für die Bremer gar nicht so einfach. Zumal die Gäste nach ihrer langen Negativserie auch nicht zu viel riskieren wollten. Bloß kein Rückstand, lautete offenbar das Motto. Langsam tastete sich das Kohfeldt-Team bei sehr viel Ballbesitz nach vorne und hätte dann auch in Führung gehen müssen.

Erst schloss Maximilian Eggestein aus 16 Metern zu mittig und harmlos ab (25.), dann traf Josh Sargent nach einer Ecke völlig frei fünf Meter vor dem Tor den Ball mit dem Kopf nicht richtig (26.). Was für eine Riesenchance für den US-Amerikaner! Ein Füllkrug hätte sich diese Gelegenheit wohl nicht entgehen lassen . . .

Nun trauten sich allerdings auch die Mainzer etwas mehr zu. Jiri Pavlenka eilte weit aus seinem Tor und rettete gerade noch vor Jean-Philippe Mateta (27.). Wenig später entschärfte der Werder-Keeper einen Flatterball von Edimilson Fernandes per Faustabwehr (30.). Die Partie, die Werder bis dahin eigentlich gut im Griff hatte, drohte zu kippen. Doch die Bremer hielten dagegen, meldeten sich mit einem Fernschuss von Marco Friedl zurück, den Robin Zentner gerade noch parieren konnte (32.).

Torlos ging es in die Pause – und dabei stellte sich die Frage: Warum agierte Mainz nur so zurückhaltend, obwohl der Tabellen-17. doch die große Chance besaß, einen angeschlagenen Gegner mit in den Sumpf zu ziehen? Möglicherweise lag es aber auch an den Gästen, die bis auf wenige Ausnahmen mit einem Christian Groß als Pendler zwischen Fünferkette und Mittelfeld sehr stabil wirkten sowie mit Schmid im Angriff durchaus mal frech agierten. Werder war die bessere Mannschaft.

Nur ein Spieler bereitete Sorgen: Ömer Toprak. Der in den vergangenen Wochen so starke Innenverteidiger wirkte nicht richtig frisch, klagte schon vor der Pause über muskuläre Probleme und musste dann in der 54. Minute runter. Für ihn kam Milos Veljkovic – erstmals seit seiner Adduktorenverletzung Ende Oktober.

Werder bemühte sich um Spielfluss, aber da spielte Mainz im wahrsten Sinne des Wortes nicht mit. Die Gastgeber waren weiterhin fast nur auf Sicherheit aus. Immerhin ging der Plan auf, Werder kam erst in der 67. Minute mal wieder zu so etwas wie einer Chance. Doch Möhwalds Direktabnahme landete auf der verwaisten Tribüne.

Kohfeldt reagierte, brachte Tahith Chong für Yuya Osako, der nur selten an seine gute Anfangsphase anknüpfen konnte (72.). Werder wollte den Siegtreffer, doch es fehlten in der Offensive schlichtweg die Mittel dafür. In seiner Stürmernot schickte Kohfeldt kurz vor Schluss Eren Dinkci auf den Platz.

Der 19-Jährige feierte sein Bundesliga-Debüt – und dann das: In der 90. Minute nickte Dinkci eine tolle Flanke von Chong aus kurzer Distanz ein. Der Jubel kannte keine Grenzen. Doch es musste noch sechs Minuten gezittert werden, bis Schiedsrichter Guido Winkmann endlich abpfiff.

Einmal müssen die Bremer nun noch in diesem Jahr ran, am Mittwoch in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim Zweitligisten Hannover 96.

Mainz: Zentner – St. Juste, Alexander Hack, Niakhate – Fernandes, Kunde Malong (69. Barreiro), Martin – Boetius, Stöger – Mateta, Quaison.

Bremen: Pavlenka – Gebre Selassie, Toprak (54. Veljkovic), Friedl, Augsustinsson – Groß – Möhwald, Maximilian Eggestein – Schmid (85. Dinkci), Sargent, Osako (72. Chong).

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