Das Schulschiff liegt seit 1996 in der Lesummündung. Davor hatte es seinen Standort in Woltmershausen. Foto: WR
Standort-Frage

Weitere Gespräche über Schulschiff-Standort

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Der Vegesacker Tourismus-Ausschuss und mehrere Ressorts beschäftigten sich diese Woche mit dem Schulschiff.

Wer jetzt Mitglied im Schulschiff Deutschland-Verein werden möchte, muss sich gedulden. Der Vorstand will vorerst keine Mitgliedsanträge bearbeiten, schließlich befindet sich der Verein in einer Art Findungsphase: Soll das Schulschiff in Vegesack bleiben oder wird es demnächst nach Bremerhaven verlegt?

„Wir wollen das Meinungsbild der Mitglieder nicht verzerren und nehmen derzeit keine neuen Mitglieder auf, weder aus Bremerhaven noch aus Vegesack“, sagt Vereinsvorsitzender Claus Jäger. Er schätzt, dass in den vergangenen Wochen etwa zwölf neue Anträge eingegangen sind. Sie alle liegen auf Halde.

Vorstand sieht mehr Chancen in Bremerhaven

Vertreter mehrerer Ressorts unter Federführung der Senatskanzlei trafen sich am Dienstag mit dem Vorstand des Schulschiff-Vereins, um die Möglichkeiten für einen Verbleib in Vegesack auszuloten. Aus Bremerhaven liegt seit längerem ein Angebot vor. Für Jäger ist das, was bisher aus Bremen angeboten worden ist, zu wenig konkret. „Es mangelt nicht an Ideen, auch bei uns nicht. Was wir aber unbedingt brauchen, sind Besucher“, sagt Jäger.

Der Vorstand sieht mit einem Liegeplatz in Bremerhaven die Chance, mehr Besucher zu erreichen und somit auch mehr Geld einzunehmen, um das Schiff erhalten zu können. Sollte der Großsegler am aktuellen Standort an der Lesummündung verbleiben, geht der Vorstand von einem jährlichen Zuschussbedarf von etwa 150.000 Euro aus.

Verein möchte Mitgliederversammlung durchführen

Bis Ende Januar können Vereinsmitglieder ihre Meinung zum künftigen Liegeplatz äußern. Etwa 40 Rückmeldungen gibt es laut Jäger bisher. Nach dem Gespräch mit den bremischen Behörden will sich der Vorstand noch einmal zusammen setzen und eine Grundsatzentscheidung treffen.

Danach sollen die Mitglieder auf einer Mitgliederversammlung erneut darüber diskutieren. Wann diese Versammlung stattfindet, ist wegen der Corona-Pandemie noch ungewiss. „Wir wollen jedenfalls, dass es keine Hängepartie wird“, sagt Jäger.

Der Vegesacker Wirtschafts- und Tourismus-Ausschuss hat am Montag einen Beschluss an den Vorstand gerichtet. Die Ausschussmitglieder sprachen sich für einen Verbleib des Großseglers in Vegesack aus und forderten den Verein auf, „auf jeden Fall das Schulschiff Deutschland bis zum Hafengeburtstag in Vegesack liegen zu lassen“. Das 400-jährige Bestehen von Deutschlands ältestem künstlichen Hafen wird 2022 gefeiert.

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