Jean Manuel Mbom zieht den Kürzeren gegen Schalkes Benjamin Stambouli. Foto: NordphotoF
1:1 gegen Schalke

Der Dreifach-Joker-Treffer rettet den Punkt

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Eine deutliche Steigerung nach dem Seitenwechsel brachte Werder beim 1:1 gegen Schalke fast noch den Sieg.

Ein Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten. Der SV Werder gegen Schalke 04 im ersten Abschnitt: Unterirdisch. Der SV Werder gegen den S04 in Halbzeit zwei: Deutlich überlegen. Machte im Resultat: Ein 1:1-Unentschieden in einem schwachen Bundesliga-Spiel, das beide Seiten nicht wirklich erfreuen wird.

Für Werder-Trainer Florian Kohfeldt gab es nach dem 4:1-Sieg bei Hertha BSC keinen Grund, etwas zu ändern. Einzig die Sturmspitze musste er tauschen, da Davie Selke wegen seiner Oberschenkelprellung nicht rechtzeitig fit wurde. Für ihn rückte Josh Sargent in die Startelf.

Werder findet nicht ins Spiel

Die Formation kaum verändert, das Auftreten wie komplett ausgewechselt. Denn Werder sollte besonders in den ersten 45 Minuten kaum bis gar nichts gegen das Liga-Schlusslicht gelingen. Den Auftakt machte der sonst so zuverlässige Theo Gebre Selassie bereits nach wenigen Augenblicken. Einen eigentlich harmlosen Ball köpfte er unbedrängt in die Mitte, wo Schalkes Matthew Hoppe (fünf Tore in den vergangenen vier Spielen) lauerte. Der Amerikaner umkurvte Werder-Torwart Jiri Pavlenka, traf dann aber nur das Außennetz. Ein Weckruf schon nach zwei Minuten? Ganz und gar nicht.

Nach einer Viertelstunde hatten die Gäste sage und schreibe 75 Prozent Ballbesitz, der SV Werder fand überhaupt nicht in die Partie. Weiterer Beweis: Kohfeldts Wutanfall in der 22. Minute, deutlich über die Außenmikrofone vernehmbar und in Form, Länge sowie Lautstärke selten so erlebt.

Wutanfall des Trainer ohne Wirkung

Aber selbst das zeigte bei seinen Profis keinerlei Wirkung. Die Bestrafung folgte dann in der 38. Minute. Schalke nutzte die Lücken auf der linken Bremer Abwehrseite zur 1:0-Führung aus. Erst steckte Timo Becker auf Amine Harit durch, der dann problemlos auf den völlig freien Omar Mascarell ablegen konnte. Der Kapitän verwandelte letztlich locker aus 14 Metern. Bremer Gegenwehr? Fehlanzeige.

Die Rechnung vom Trainer folgte prompt, Kohfeldt wechselte zur Halbzeit gleich dreimal. Milot Rashica, Kevin Möhwald und Ludwig Augustinsson kamen für die wirkungslosen Romano Schmidt, Jean Manuel Mbom und Felix Agu. Ein Dreifach-Tausch mit „Hallo-Wach-Effekt“, denn Werder zeigte sich nun um einiges druckvoller.

Toprak scheitert knapp

Erst hatte Ömer Toprak nach einem Eckball eine erste gute Chance auf den Ausgleich (50.), dann kam Maximilian Eggestein aus 25 Metern zum Schuss (52.), ehe Josh Sargent aus aussichtsreicher Position zu hoch zielte (53.). Für Kohfeldt immer noch nicht genug, er brachte nach einer Stunde auch noch Yuya Osako für den ungefährlich agierenden Josh Sargent.

Werder hatte nun deutlich mehr vom Spiel als noch in der ersten Halbzeit und ließ den S04 gar nicht mehr zur Entfaltung kommen, doch glasklare Möglichkeiten blieben noch Mangelware. Bis zur 74. Minute: Rashica flankte auf Osako, der mit einem herrlichen Kopfball Schalkes Torwart Ralf Fährmann zu einer Großtat zwang. Fährmann streckte sich und lenkte den Ball mit den Fingerspitzen gegen die Latte.

Die Joker-Joker-Joker-Produktion

Drei Minuten später war es aus Werder-Sicht aber so weit. Ähnlich wie beim Schalker Treffer bediente Rashica Osako, der auf Möhwald an der Strafraumkante zurücklegte – und der traf ins kurze Eck zum Ausgleich. Eine Joker-Joker-Joker-Produktion, die das verdiente 1:1 bescherte.

Nun war Schalke-Trainer Christian Gross gezwungen. Seine Antwort trug die Nummer 21 und hatte eine Legenden-Rückkehr parat: Klaas-Jan Huntelaar kam zu seinen ersten Bundesliga-Minuten nach vier Jahren Abstinenz, Akzente konnte der Niederländer allerdings nicht mehr setzen

Torhymne erklingt nochmal

In der letzten Minute der Nachspielzeit ertönte die Torhymne dann noch ein zweites Mal: Gebre Selassie legte quer auf Eggestein, der schob zum vermeintlichen 2:1 ein. Bremer Freude auf der einen Seite, Schalker Ernüchterung auf der anderen.

Doch Schiedsrichter Sören Storks unterbrach die grün-weiße Jubelarie, denn die Szene musste noch einmal untersucht werden. Und tatsächlich stand Gebre Selassie wenige Zentimeter im Abseits, sodass der Treffer nicht zählte. Ein furioses Finale in einem zuvor lahmen Bundesliga-Kick.

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