Der Schweizer Künstler Giacomo Santiago Rogado mit spanisch-italienischen Wurzeln experimentiert gern mit Farben und allerlei Formen. Highlight der Ausstellung dürfte die drei mal 16 Meter große „Explosion“ an Farbspektren in der Remise sein. Foto: Konczak
Neue Ausstellung

Wenn Farben explodieren

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Die neue Ausstellung in der Städtischen Galerie Delmenhorst zeigt Mischtechniken von Giacomo Santiago Rogado.

Farben, die sich scheinbar quer über die Leinwand sprühen, verschiedene Formen und Muster, welche die Fantasie des Betrachters ordentlich anfachen mit einer wilden Mixtur aus unterschiedlichen Techniken: Für ihre neue Ausstellung hat sich die Städtische Galerie Delmenhorst rund 20 der experimentierfreudigen abstrakten Malereiwerke des Schweizer Künstlers Giacomo Santiago Rogado ins Haus geholt und die Wände und Räume zur Spielfläche für dessen ganz eigenen Kosmos gemacht. „Das Malen ist ein intuitiver Prozess, hat aber auch System“, erklärt der Künstler mit spanisch-italienischen Wurzeln, der in Luzern lebt und in Berlin ein Atelier hat. Seine Herkunft prägte ihn in Sachen Landschaft und Natur sehr stark. Die Werke entstehen mit Mischtechniken, zeigen freilaufende aber auch bewusst gesetzte Formen, Vieles fließt ineinander über. Auch entwickelt der 41-Jährige gern neue Techniken, mit denen er farbenfroh experimentieren kann.

Anfang und Ende

„Wo ist der Anfang, wo ist das Ende“, fragt Galerie-Leiterin Dr. Annett Reckert beim Betrachten der Bilder und entsprechend ist die Ausstellung auch überschrieben mit dem Titel „Anfang von etwas“. Die Menschen suchten immer nach einem Anfang und einem Ende. „Das gibt uns Halt“, meint Reckert, wobei Rogados Werke eher zum Darin-Verlieren verleiten. Das wilde Spiel mit den Farbspektren in allerlei Formen zieht den Betrachter in seinen Bann und lässt immer Neues entdecken. „Ständig in Bewegung“, nennt der Künstler sein Werk.
Doch wer denkt, dass die großformatigen Bilder in der Villa im Format 2,40 mal 1,80 Meter schon überwältigend sind, auf den wartet in der Remise ein unerwartetes Highlight. Eigens für den langen Raum fertigte Giacomo Santiago Rogado eine wahre „Explosion“ an, wie er es umschreibt. Mehrere Leinwände ergeben einen Bogen aus Farben und Formen im Gesamtformat von drei mal 16 Metern. Damit konnte er den Prozess natürlich laufen und die Malerei regelrecht fließen lassen. Allein ein dreiviertel Jahr nahm diese Arbeit in Anspruch.
Wie sehr das Licht ein wichtige Rolle bei der Wahrnehmung nimmt, erfährt der Besucher gleich beim Eingang der Remise. Nur mit Pinselstrichen und vielen Schichten entstand ein kleinformatiges dunkles Bild, das beim näheren Betrachten im Spiel mit dem Licht seine Faszination auf das Auge ausübt.

Virtueller Einblick

Leider müssen sich Besucher aufgrund des Lockdowns noch etwas gedulden. Am kommenden Wochenende sollte die Ausstellung „Anfang von etwas. Giacomo Santiago Rogado“ offiziell anlaufen; Reckert hofft nun, dass die Städtische Galerie im März wieder öffnen darf. Zur Schau soll es ein Begleitprogramm auch mit Online-Angeboten geben, ebenso soll ein Buch angeboten werden. Am Freitag, 29. Januar, um 18 Uhr können alle Interessierten bereits einen virtuellen Einblick in die Ausstellung in Anwesenheit des Künstlers werfen. Der Link wird auf der Webseite staedtische-galerie-delmenhorst.de und im Newsletter bekanntgegeben. Sponsoren der Ausstellung sind das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg und der Freundeskreis Haus Coburg.

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