Bei der Aktion Klimafasten wird zu verschiedenen Aktionen aufgerufen: mehr zu Fuß gehen, weniger Wasser verbrauchen oder auch Kräuter anzusäen.Symbolfoto: Pixabay
Klimafasten

Altes prüfen, Neues versuchen

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Kirchen und Initiativen rufen zum Fasten für den Klimaschutz auf.

Vergangenen Mittwoch ist wieder die Fastenzeit gestartet. Ursprünglich von Gläubigen in Vorbereitung auf das Osterfest praktiziert, ist das Fasten auch unabhängig vom Glauben inzwischen im Alltag angekommen. So nehmen viele Menschen die Zeit zum Anlass, um etwa sieben Wochen auf Alkohol, Fleisch, das Smartphone oder soziale Medien zu verzichten. Schließlich geht es auch darum, Gewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen und sich mehr Zeit für Lebensfragen zu nehmen.

In diesem Jahr rufen Protestanten und Katholiken sowie Initiativen bundesweit zum Klimafasten auf. Dabei soll der Umgang mit Natur, Umwelt und Klima hinterfragt werden. In Bremen sind neben der evangelischen Kirche unter anderem auch die Klimazone Findorff und die Verbraucherzentrale dabei.

Fasten fürs Klima

In Woche eins geht es um den Wasserfußabdruck. In Deutschland beträgt dieser pro Person und Tag fast 3.900 Liter. Etwa die Hälfte dieses Wassers steckt in importierten Produkten, da zum Beispiel viel davon bei der Produktion und Verarbeitung von Tomaten, Kaffee oder Fleisch verwendet wird. Mit der Aktion Klimafasten werden die Teilnehmenden dazu aufgerufen, den persönlichen Wasserfußabdruck zu errechnen, sich über Anbaugebiete von Kaffee, Orangensaft und der Baumwolle im T-Shirt zu informieren oder kürzer zu duschen.

In den folgenden Wochen geht es dann um sparsames Heizen, vegetarische Ernährung oder die digitale Welt. Denn auch diese ist nicht immer so umweltfreundlich wie sie vielleicht scheinen mag. So stoßen zum Beispiel die Rechenzentren von Streaming-Anbietern Kohlenstoffdioxid aus und beeinflussen damit das Klima. Wer sich das bewusster machen möchte, kann sich zum Beispiel vor Augen führen, wie viel Zeit täglich online verbracht wird, wie die Umweltauswirkungen bei der Smartphone-Herstellung aussehen oder prüfen, ob alte Handys zum Recycling gegeben werden können.

Mehr Laufen und Radeln

Neben so manch überraschender Erkenntnis ruft die Aktion Klimafasten auch zu bekannten und bewährten Unternehmungen auf: mehr zu Fuß gehen und Rad fahren, öfter vegetarische Gerichte kochen, ausmisten oder einfach mal jemandem bewusst für etwas zu danken.
„Jede und jeder kann mitmachen beim Klimafasten. Die ganze Zeit oder auch nur einzelne Wochen,“ betont Susanne Fleischmann, Klimaschutzmanagerin der Bremischen Evangelischen Kirche. Es gehe nicht um Moralpredigten, sondern um „die Lust auszuprobieren, was wir alle im Alltag für den Klimaschutz tun können.“

„Ich selbst möchte eine vegane Woche ausprobieren. Das habe ich mir schon lange vorgenommen“, sagt Fleischmann. Ein weiteres spannendes Thema bei der Aktion ist für sie der Umgang mit Hasskommentare und Shit Storms in sozialen Netzwerken.
Aufgrund der Corona-Pandemie findet das Klimafasten unter dem Motto „So viel du brauchst…“ ohne Präsenzveranstaltungen statt. Anmeldungen zu Online-Events, zum Beispiel z zum Thema virtuelles Wasser (22. März, 18 Uhr) sind auf kirche-bremen.de möglich. Dort finden sich auch weitere Veranstaltungen. Die einzelnen Wochenthemen und Aktionen sind auf klimafasten.de abrufbar.

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