Auf ihrem Instagram-Kanal geht Mara Maeke sehr offen mit ihrer Krankheit und ihren Narben um, um anderen Menschen Mut zu machen. Foto: pv
Krankheit

Narben statt Krone

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Mara Maeke tritt für Bremen bei der Miss Germany Wahl an.

Bei Miss-Wahlen geht es heutzutage nicht mehr um das schönste Kleid oder wer die beste Figur im Bikini macht, sondern vor allem um Persönlichkeit. Mara Maeke, die für Bremen bei der diesjährigen Miss-Germany Wahl antritt, findet: „Ich möchte nicht über einen Laufsteg laufen und dafür bewertet werden.“ Sie sieht den Wettbewerb als Chance, Menschen zu erreichen und ihnen ihre Geschichte zu erzählen.

Kurz nach Abschluss ihres Bachelor-Studiums erhielt Maeke die Diagnose einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (Colitis ulcerosa). „Es hat sich angefühlt wie das Ende. Ich hatte das Gefühl, mein Leben ist nicht mehr lebenswert.“ Sie wollte keinen künstlichen Darmausgang: „Ich hatte Horrorvorstellungen von riesigen Beuteln, die platzen und stinken.“ Deswegen versuchte Maeke die Krankheit zuerst mit Medikamenten zu bekämpfen. Doch als diese nicht mehr wirkten, stellte ihr Arzt sie vor die Wahl: Operation oder Tod. „Da hatte ich mich mit dem Gedanken bereits angefreundet, einen künstlichen Darmausgang zu bekommen. Als ich dann aufgewacht bin nach der OP, hatte ich meine Lebensqualität wieder.“

Anderen Mut geben

Auf ihrem Instagram-Kanal mara.maeke spricht die 26-Jährige zu Menschen, die ein ähnliches Schicksal haben wie sie, um ihnen Mut zu geben: „So eine Krankheit ist nicht das Ende der Welt. Es lohnt sich zu kämpfen.“ Durch die Erkrankung hat sie einige Freunde verloren, die nicht mit ihrer neuen Situation umgehen konnten, aber auch neue gewonnen, die sie in der schwierigen Zeit unterstützt haben.

Ihr Ziel für die Wahl zur Miss Germany ist nicht gewinnen: „Ich habe die anderen Kandidatinnen kennengelernt und jede von ihnen hat Ausstrahlung, Persönlichkeit und den Sieg verdient.“ Maeke möchte nicht dort am Ende mit einer Krone stehen, sondern Narben, Krankheiten oder Behinderungen normalisieren: „Die Gesellschaft muss sich für solche Tabu-Themen öffnen und nicht die typischen Schönheitsideale anpreisen. Ich möchte nicht besonders sein, weil ich mich mit meiner Krankheit und Behinderung in der Öffentlichkeit zeige, ich möchte einfach als normal gesehen werden.“

Das Leben lieben

Für die Doktorandin für Marine Mikrobiologie an der Uni Bremen erzählen ihre Narben die Geschichte ihrer Kämpfe. „So ich habe gelernt, das Leben wieder zu lieben.“ Sie möchte ihre Krankheit nicht verstecken, sondern anderen Menschen mit ihrer Offenheit Mut geben. „Es ist okay, nicht perfekt zu sein. Unsere Einzigartigkeit ist das, was uns ausmacht.“

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