Horst Becker Horst Becker erkundet die Natur gerne mit der Kamera. Seine Lieblingsmotive sind Rehe. Foto: Böhme
Naturvideofilmer

„Geduld musst du haben“

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Horst Becker erkundet mit viel Geduld und Leidenschaft die Natur in Grasberg und umzu mit der Videokamera.

Grasberg „Ich bin gerne draußen“, sagt Horst Becker. „Und habe die Kamera immer dabei.“ Der leidenschaftliche Videofilmer ist vor allem der Natur in Grasberg und umzu auf der Spur. Auf seinen Touren beweist der 74-Jährige viel Geduld und Entdeckergeist.

Szenen aus dem „Reh-Alltag“

Rehe zählen zu seinen Lieblingsmotiven. Die scheuen Wiederkäuer sind oft nur auf den zweiten Blick zu entdecken. Becker schafft es dennoch, sie vor die Linse zu bekommen. „Rehe können nicht gut sehen“, sagt der Sohn westpreußischer Flüchtlinge. „Aber sie riechen und hören alles. Da musst du mucksmäuschenstill sein.“ In den letzten Monaten hat der Senior einige beeindruckende Szenen aus dem „Reh-Alltag“ festgehalten. Etwa ein friedlich dösendes Pärchen. Oder eine Gruppe von 13 Rehen, die erst nach vielen Richtungswechseln und Manövern eine viel befahrene Straße in Wörpedorf queren. Die Bilder sind für Horst Becker auch eine Warnung an die Autofahrer. Viele unterschätzten die Gefahr durch Wildwechsel und einige seien reichlich flott unterwegs. Inklusive der Trecker.

Sonnenuntergänge und Birkenalleen

Oft filmt Becker aus dem Auto und mit der nötigen Distanz, um beispielsweise Zugvögel nicht aufzuscheuchen. Jede Störung kostet die Tiere Kraft. Belohnt wird der Hobbyfilmer mit beeindruckenden Aufnahmen von rastenden Kranichen oder Schwänen. Neben der Tierwelt schätzt der im April 2020 aus Münster nach Grasberg gezogene Rentner die hiesige Landschaft und alte Fachwerkhäuser. So finden sich in seiner Filmsammlung romantische Sonnenuntergänge und verlassene Birkenalleen.

Jahrzehntelange Liebe zur Kamera

Becker wuchs zwischen Westertimke und Kirchtimke auf, die ersten Lebensjahre verbrachte er  mit anderen Flüchtlingsfamilien in Baracken. In seinem Berufsleben war er unter anderem im Bankgewerbe und als Ultraschalltechniker in der Versuchsanstalt der Deutschen Bahn unterwegs. Die Lust an der Kamera begleitet ihn seit Jahrzehnten. „Ich habe vor 45 Jahren angefangen, zu fotografieren. Im Urlaub, in der Freizeit.“ Lange lebte er in Münster. Im April 2020 zog er in eine Einrichtung für betreutes Wohnen in Grasberg.

Jahrzehntelanges kulturelles Engagement

Auch im Münsterland blieb er seiner alten Heimatregion verbunden. Becker engagiert sich seit viele Jahren bei den Fördervereinen des Fischerhuder Modersohn-Museums und des Worpsweder Schluhs. Derzeit ruht das kulturelle Engagement coronabedingt. So konzentriert sich der Witwer ganz auf seine Kamera. „Im Moment nutze ich diese Zeit um mich ganz meinem Hobby zu widmen.“ Ein Traummotiv fehlt ihm noch: ein Fischotter.

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