Wohn- und Bürocontainer sind auf Baustellen weit verbreitet. Foto: Antranias auf Pixabay
Containerbau

Von der Stahlrolle zum Seecontainer

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Aktuell sind sie an vielen Orten Mangelware. In Bremen werden welche gebaut. Die Rede ist von Containern.

Die Metall- und Elektroindustrie stellt in Deutschland einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Im Jahr 2018 gab es in Bremen 214 Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten – ihre Gesamtzahl belief sich auf 39.559. Insgesamt sind in der deutschen Metall- und Elektrobranche 4.000.281 Menschen tätig. Der Bau von Containern nimmt zwar nur einen verhältnismäßig kleinen Anteil davon ein, jedoch sind sie aus zahlreichen Bereichen unseres Lebens nicht mehr wegzudenken.

Im Stadtstaat Bremen haben sich einige Unternehmen, darunter h+s container, der Entwicklung, Herstellung, Vermietung und dem Verkauf innovativer Container verschrieben. Die GmbH wurde bereits im Jahr 2000 gegründet. Sie hat sich unter anderem auf den Bau von Spezialcontainern spezialisiert, die in der eigenen Produktionshalle am Standort Bremen angefertigt werden.

Der Containerbau ist vielfältiger als viele Laien denken. Zu den speziell konzipierten Lösungen zählen:

  • Technikcontainer
  • Messe- und Eventcontainer
  • Werkstattcontainer
  • Aggregatcontainer
  • IT-Container und viele mehr

Zu den bekannteren Containern, die uns im Alltag häufig begegnen, gehören:

  • Baucontainer
  • Baustellencontainer
  • Bürocontainer
  • Lagercontainer
  • Materialcontainer
  • Sanitärcontainer
  • Wohncontainer
  • komplexe Container-Anlagen

Vielseitige Einsatzbereiche von Containern

In Bremen werden Container in unterschiedlichen Formen und Größen hergestellt. Die unzähligen diversen Einsatzmöglichkeiten erfordern ein breit gefächertes Angebot an individuellen Ausführungen. Zum einen werden Stahlcontainer nach ISO-Norm gefertigt, ihr Einsatzbereich liegt vor allem im Lager- und Logistiksektor. Zum anderen gibt es die sogenannten Raumcontainer. Container sind prädestiniert für die temporäre Nutzung sowie effiziente Raumgestaltung und finden sich insbesondere

  • auf Baustellen,
  • in Büro- und Sozialräumen,
  • auf Veranstaltungen sowie Events,
  • in Schulen, Kitas und Kindergärten.

Sie dienen zum Teil ebenso als Wohn- sowie Schlafunterkünfte als auch Sanitär- und WC-Räume.

Bremer Unternehmen und der Umwelt-/Klimaschutz

In Bremen werden Umwelt- und Klimaschutz großgeschrieben. Während die Bremer Stadtreinigung tatkräftig illegale Müllhalden bekämpft, engagieren sich die Metallbetriebe auf andere Art und Weise. So geht die h+s container GmbH mit gutem Beispiel voran und beteiligt sich aktiv am Klimaschutz. Das Augenmerk liegt beim täglichen Handeln im Unternehmen jederzeit auf Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit.

Das Unternehmen beeindruckt seit Januar 2021 mit einem besonderen Projekt: Für jeden verkauften Container und erteilten Mietauftrag lässt es durch die Klimaschutz-Organisation PLANT-MY-TREE® einen Baum pflanzen. Damit leistet die Firma einen sinnvollen Beitrag zum regionalen Klimaschutz in Deutschland.

Die Anforderungen an Seecontainer, darunter Stabilität und Wasserfestigkeit, sind hoch. Foto: dendoktoor auf Pixabay

Bremer Containerbau: Herstellung eines Seecontainers

Bremen blickt auf eine lange Geschichte in der Seefahrt zurück, die auch heute noch von Bedeutung ist. Deshalb spielt die Anfertigung von Seecontainern in der Metallindustrie weiterhin eine große Rolle. Zu den wichtigsten Basisprodukten gehören riesige Stahlrollen, die um sich selbst gewickelt sind.

Containerhersteller bekommen die gigantischen Stahlrollen geliefert, nach dem Abladen werden sie entrollt und geglättet. Im Anschluss daran erfolgt mithilfe einer überdimensionalen Schneidemaschine die Abtrennung von exakt bemessenen Stahlteilen. Von Wichtigkeit ist dabei, dass die jeweiligen Platten letztendlich sauber aufeinanderliegen und keinerlei Störungen den Betriebsablauf hindern. Die Beförderung erfolgt – vom Beginn des Abrollens bis zum fertigen Schnittprodukt – über ein Rollband.

Nach der ordentlichen Aufstapelung der einzelnen Teile werden diese zum nächsten Arbeitsschritt mithilfe eines Krans transportiert. Als nächstes steht die Beseitigung von Verunreinigungen und Schmutz mit einem Sandstrahler an. Anschließend erfolgt eine Grundierung, die vor allem dem Korrosionsschutz dient. Danach erhält die Stahlplatte ihre typischen Wellen, wobei das sogenannte Sick-Verfahren angewandt wird, das die Festigkeit des Containers erhöht.

Darüber hinaus hat es einen weiteren positiven Effekt: den Verzicht auf zusätzliche Stabilitätsaspekte im Containerinneren. Denn die Verwendung von glatten Stahlplatten würde dazu führen, dass sich diese leicht nach außen hin verbiegen können. Zur Verdeutlichung ein Beispiel:

Legt man ein Blatt Papier rechts und links auf zwei in Abstand stehende Stützen (ähnlich einer Brücke) und platziert einen Radiergummi darauf, biegt es sich selbstverständlich nach unten durch. Faltet man das Papier jedoch zu einer Ziehharmonika und zieht es nur ein wenig auseinander, hält es dem Gewicht stand.

Zusammenbau der einzelnen Stahlteile

Nachdem jede Platte separat produziert wurde, erfolgt die Verbindung von den einzelnen Teilen durch Verschweißen. Sie erhalten außerdem Vierkantrohre an den Ober- und Unterseiten der Seitenwände, die zum einen für eine erhöhte Festigkeit sorgen. Zum anderen lassen sich dort problemlos Verriegelungen für spätere Stapel- bzw. Verladearbeiten anbringen. Nach den Schweißvorgängen werden Nähte und überstehende Stahlstücke mit einer Flex entfernt.

Die Böden von Seecontainern erhalten aufgrund der zukünftig hohen Gewichtsbelastung viele Querstreben, die in der Regel mit den beiden Längsstreben verschweißt werden. Zu guter Letzt erfolgt die Anbringung der Eckpfosten an der Bodenplatte. Die Türen, bestehend aus einem Rahmen und gewellten Stahlplatten, werden gleichfalls extra hergestellt und mit der Bodenkonstruktion verbunden. Danach erfolgt das Anschweißen der Rückseite des Containers und der beiden Seitenwände.

Um undichte Stellen zu vermeiden, wird sowohl von innen als auch außen unter stetiger Kontrolle geschweißt. Das Dach besteht aus einzelnen, ebenfalls zusammengeschweißten Platten, es wird zum Schluss auf den Container aufgesetzt und mit der bestehenden Konstruktion verschweißt. Zuvor stehen jedoch noch einmal eine Grundierung sowie das beidseitige Einsprühen mit Farbe an.

Nächster Schritt ist die Lackierung der Bodenplatten. Ihre Einpassung erfolgt erst ganz am Ende. Befinden sie sich am Containerboden, erfolgt die maschinelle Bohrung von Löchern, um diese fest mit dem Stahlobjekt verbinden zu können. Anschließend steht die Anbringung der Verriegelungskonstruktion an, beispielsweise in Form eines Hebelmechanismus.

Schlussendlich werden Seecontainer auf überstehende Schrauben geprüft und ggfs. mit einem silikonähnlichen Mittel abgedichtet. Weiterhin erfolgt zwecks Wasserdichtigkeit eine Versiegelung des Bodens von außen. Danach erhält der Container seine individuelle Beschriftung.

Jeder Seecontainer wird in einer Art Waschhalle einem starken Wasserstrom ausgesetzt. Danach überprüft ein Mitarbeiter gründlich, ob keine Feuchtigkeit eingedrungen ist. Besteht Wasserfestigkeit, ist der Container zum Einsatz bereit.