Nicht zu fassen: Ilia Gruev (rechts) muss zusehen, wie der Ball nach Fehlpass von Nicolai Rapp zum 2:0 für Darmstadt einschlägt. Foto: Nordphoto
0:3 in Darmstadt

Werder findet nie ins Spiel

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Die Hoffnung auf einen Aufschwung schwindet. Bei der 0:3-Pleite in Darmstadt zeigte Werder bekannte Schwächen.

Vorne harmlos und hinten mit katastrophalen Aussetzern. Mit 0:3 (0:1) unterlagen die Fußballer des SV Werder beim Auswärtsspiel in Darmstadt und boten dabei eine einfallslose und fehlerhafte Vorstellung.

Zunächst viel Stückwerk im Bremer Spiel. Darmstadt lief hoch an. Werder versuchte sich aus der eigenen Hälfte zu kombinieren, verfügte aber nicht über ausreichend Tempo und Genauigkeit, um irgendeinen Ansatz von Gefahr erzeugen zu können. Wenn der Ball dann doch mal in der Darmstädter Hälfte landete, wurde es auch nicht wirklich besser. Rapp und Schmidt hatten keine zündenden Ideen. Dinkci verzettelte sich wie gewohnt bei seinen Dribbelings. Und Weiser, der erstmals als offensiver Außen aufgeboten worden war, fand ebenso wenig statt wie Marvin Ducksch, der unter der Woche mit Rückenproblemen zu kämpfen gehabt hatte.

Darmstadt brachte den Ball zwar deutlich häufiger in den Strafraum, richtig gefährliche Abschlüsse kamen aber auch auf Seiten der Gastgeber nicht heraus. Die klarste Gelegenheit hatte Stürmer Phillip Tietz nach einer Ecke. Sein Kopfball landete jedoch genau in den Armen von Zetterer. Zweimal grätschte Ilia Gruev, der wieder die Sechserposition bei Werder bekleidete, entscheidend in Hereingaben der Darmstädter und löschte so Glutnester, bevor es richtig brenzlig werden konnte.

Ein Tor aus dem Nichts

Dass die Darmstädter dennoch mit einer insgesamt verdienten Führung in die Kabine gehen konnten, verdankten sie einem genialen Moment von Kapitän Fabian Holland. Der nahm auf der rechten Abwehrseite der Bremer eine Kopfballabwehr von Mai auf und zog einfach mal ab. Mehr als 30 Meter war der Diagonalschuss unterwegs bis er im Bremer Tor einschlug. Zetterer, der den Ball erst spät sehen konnte, streckte sich vergeblich. So schön, wie der Schuss aussah, gänzlich unhaltbar schien er aufgrund der großen Distanz nicht.

Nach dem Wechsel probierte Trainer Markus Anfang es dann auf den Außenbahnen mit Felix Agu und Romano Schmid für Dinkci und Weiser. Zwar wirkten diese Wechsel durchaus etwas belebend, dass sich die Statik im Spiel etwas zu Gunsten der Bremer verschob, lag jedoch in erster Linie daran, dass sich Darmstadt etwas weiter zurückzog und auf Konter lauerte.

Ein kurzer Hoffnungsschimmer

Symptomatisch für die Angriffsbemühungen der Grün-Weißen die Entstehung der bis dahin einzigen Torchance (59.): Erst über Umwege kam Schmid im Strafraum zum Abschluss. Doch 98-Torwart Schuhen boxte den Ball aus dem Winkel. Kurz darauf kam dann Niclas Füllkrug für den farblosen Niklas Schmidt. Das Signal zur Aufholjagd?

Im Gegenteil. Kaum war Füllkrug auf dem Platz, spielte Rapp einen selten dämlichen Rückpass genau auf Luca Pfeiffer. Der 98-Stürmer nahm das Geschenk an und traf zum 2:0 (65.). Schlimmer geht’s nimmer?

Ernüchterung

Leider doch. Nur sechs Minuten später segelte ein weiter Freistoß quer durch den Bremer Strafraum. Während vier Werderaner guckten, nahm erneut Luca Pfeiffer den Ball mit vollem Risiko und netzte aus spitzem Winkel zum 3:0 ein.

Zwar hatte Werder danach bei einem Schuss von Füllkrug (73. ) und einem Kopfball von Ducksch (75.) die Gelegenheit zum Anschlusstreffer. Doch wie viel zu oft bei den Bremern verfehlten die Abschlüsse das Tor.

Werder: Zetterer – Mbom, Mai, Veljkovic, Friedl – Rapp, Gruev, Schmidt (64. Füllkrug)- Weiser (46. Agu), Ducksch (84. Bittencourt), Dinkci (46. Schmid)

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