Der zehnjährige Julian bei seiner ersten Corona-Impfung: „Der Pieks tat kaum weh.“ Foto: Neeland
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200 Impfungen pro Tag

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Wie das Kinder-Impfzentrum läuft und was es auszeichnet.

„Es fühlt sich an, als hätte jemand auf meinen Arm geschlagen. Aber der Pieks tat kaum weh“, berichtet der zehnjährige Julian, nachdem er im Bremer Kinder-Impfzentrum in der Sögestraße zusammen mit seiner Schwester seine erste Corona-Impfung erhalten hat. Sein Vater Christian Lewis hat entschieden, seine Kinder impfen zu lassen, weil es der einzige Weg sei, wieder ein normales Leben zu führen. „Außerdem möchte ich nicht meine Kinder durch eine Krankheit in Gefahr bringen, die durch eine Impfung hätte verhindert werden können“, sagt der Vater.

Täglich erhalten rund 200 Kinder, alle zwischen fünf und elf Jahre alt, in der Sögestraße eine Spritze gegen das Corona-Virus. „Im Kinder-Impfzentrum arbeiten fast ausschließlich Kinder- und Jugendmediziner“, sagt Kay Bultmann, der ärztliche Leiter der Impfkampagne. „Wir haben das Impfzentrum möglichst kindgerecht und farbenfroh gestaltet, damit sich die Kinder hier auch wohl fühlen.“ Im Wartebereich können sie etwa Bilder malen. „Die hängen wir dann auf, damit die Kinder sie bei der zweiten Impfung wiederfinden“, sagt Bultmann.

Nicht mit Gewalt impfen

Wenn ein Kind trotz des ruhigen Umfelds Angst bekommen sollte, wird nicht mit Gewalt geimpft. „Wir machen dann entweder einen neuen Termin aus oder verweisen an den Kinderarzt, da das Kind dort in einem gewohnten Umfeld ist, erklärt Bultmann.

„Für mich ist die hohe Infektionslage ein Grund, meine Tochter impfen zu lassen. Zudem hat sie einen angeborenen Herzfehler, was es umso dringender macht“, erklärt die Mutter einer Siebenjährigen. Bultmann ergänzt: „Es ist wichtig, dass auch Kinder geimpft werden. Sie bekommen zwar seltener einen schweren Verlauf, aber ausgeschlossen ist es nicht. Zudem stecken geimpfte Kinder weniger andere an. Deswegen empfiehlt die Ständige Impfkomission die Impfung auch für Kinder, die Vorerkrankungen oder Kontakt zu vorerkrankten Menschen haben.“

Ziel: 55 Prozent

Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard ist zufrieden mit dem Start der Kinder-Impfungen. Bis Anfang Januar seien die Termine schon ausgebucht. „Wenn wir bei den Kinder-Impfungen einen Wert wie bei den Jugendlichen erreichen, also zwischen 50 bis 55 Prozent, wäre das toll.“
Fürs Impfen muss vorher ein Termin gebucht werden. Dafür erhalten die Eltern einen Brief mit einem Code. Mit dem können sie auf der darin angegebenen Internetseite einen Termin ausmachen.

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