Eine Sandbiene nascht an einer Apfelblüte: In Zeiten des Klimawandels sind Bäume nicht nur für Insekten wichtig. Foto: Beate Nicolai / RUZ Hollen
Insekten im Garten

Immer ein Stammplatz

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Im Dezember-Teil unserer Jahres-Serie über die Gestaltung von insektenfreundlichen Gärten geht es um Gehölze.

Auch wenn es draußen mittlerweile ungemütlich und kalt ist, so gibt es doch etwas, für das man gerade jetzt im Garten noch einmal die Ärmel hochkrempeln kann: das Pflanzen von Gehölzen und Bäumen. In Zeiten des Klimawandels sind Bäume nicht nur für Insekten wichtig; sie spenden Schatten, erhöhen die Luftfeuchtigkeit und tragen zu einem angenehmen Kleinklima bei. Vor allem große, gesunde Gehölze sollten unbedingt erhalten bleiben.
„Aus Töpfen oder mit Ballen können Bäume das ganze Jahr über gepflanzt werden“, weiß Gärtnerin Kerstin Fischer vom Team des Regionalen Umweltbildungszentrums (RUZ) Hollen. Beste Pflanzzeit für die wurzelnackten Gehölze ist jedoch ab Ende Oktober, dann kann der Baum seine Wurzeln besser ausbilden, bevor er im Frühling Blätter treibt. Bei wurzelnackten Pflanzen fehlt die Erde zwischen den Wurzeln, sie sind quasi nackt und deutlich günstiger als Container- oder Ballenware.

Weiden als erste Nektarquelle im Jahr

Zu den großen heimischen und insektenfreundlichen Bäumen zählen beispielsweise Sommer- und Winterlinde, Weide oder Eiche. Etwas weniger Platz für eher trockene Standorte brauchen Feldahorn, Mehlbeere, Wildapfel oder Wildbirne sowie Vogelbeere oder Gewöhnliche Traubenkirsche für eher feuchte Plätze. Gerade Weiden bieten im Frühjahr eine erste Nektarquelle für zahlreiche Insekten. Sie gibt es in vielen Arten, vom kniehohen Strauch (zum Beispiel Sandweide und Sumpfweide) bis zum mächtigen Baum (beispielsweise Silberweide). Am frühesten blüht die Salweide, in milden Jahren sprießt sie schon im November bis ins Frühjahr.
Aber Bäume bieten Tieren nicht nur Nahrung; sie dienen Vögeln auch als Nist-, Versteck- und Überwinterungsplatz. Schmetterlinge legen ihre Eier gerne an den Knospen von Faulbaum oder Kreuzdorn ab. Dort schlüpfen die Raupen und ernähren sich von den Blättern der beiden Gehölze. Obstbäume finden als Halbstamm oder Hochstamm meist auch auf kleinen Grundstücken immer ein Plätzchen.

Beim Pflanzen gut angießen

Für die Pflanzung ist es wichtig, das Pflanzloch groß auszuheben und die Erde im Loch gut zu lockern. „Ist der Baum gepflanzt, sollte er eine stabile Bildung an einen Pflanzpfahl erhalten. Dies verhindert, dass neu gebildete, feine Wurzeln in der Erde durch die Bewegung der Baumkrone wieder aufgerissen werden“, weiß Gärtnerin Fischer. Außerdem sollte der Baum einen aus Erde modellierten Gießrand (je nach Größe zehn bis 20 Zentimeter) erhalten. So fließt das Wasser beim Gießen nicht einfach weg. Beim Pflanzen muss der Baum gut angegossen werden, darüber hinaus ist eine durchdringende Bewässerung in den ersten beiden Jahren bei längerer Trockenheit nötig. Bevor man sich jedoch ans Werk macht, sollte man sich gut informieren, wie die Endgröße und der Kronendurchmesser werden. Schließlich soll der Zuwachs ja auch an den gewünschten Standort passen.

Pflanzen unter dem Baum

Unter dem Baum empfiehlt es sich, ein Schattenbeet mit heimischen Wildstauden anzulegen oder einen Schattensaum einzusäen. „Das herabfallende Laub kann dort liegen bleiben und bildet eine wertvolle Humusschicht. Rasen würde an dieser Stelle durch die starke Beschattung in der Regel ohnehin nicht gut gedeihen“, so Fischer. Auch Frühblüher wie Krokusse und Blaustern fühlen sich unter großen Bäumen wohl.
Eine Artenliste mit großen und kleinen Bäumen finden Interessierte auf naturgarten.org/wissen/das-freistehende-gehoelz/. Weitere Informationen gibt es insektenschutzakademie.de.

 

Bisherige Teile:

Teil 1: Januar

Teil 2: Februar

Teil 3: März

Teil 4: April

Teil 5: Mai

Teil 6: Juni

Teil 7: Juli

Teil 8: August

Teil 9: September 

Teil 10: Oktober

Teil 11: November