Die als Radschnellweg markierte Abfahrt von der Stephanibrücke ins Stephaniviertel wurde Ende 2021 fertiggestellt.Foto: Schlie
Verkehr

Grüne Wege sind zu teuer

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Wann wo mit dem Bau der Premiumradroute begonnen wird und was es kostet.

Man muss schon wissen, wo man suchen muss, um das erste so gekennzeichnete Stück Fahrradschnellweg in Bremen zu finden. Es führt von der Stephanibrücke ins Stephaniviertel und ist damit Teil des geplanten Radfahrerrings rund um die Innenstadt. Besonders schnell sollte man auf dem kurzen Stück nicht radeln. Dafür ist es zu kurz und die integrierte 90-Grad-Kurve zu eng.

Ob das Stück auch als Design­vorlage für die Kennzeichnung der geplanten Premiumradroute zwischen Farge und Mahndorf und insbesondere für den zentralen Abschnitt am Wall dienen soll, mochte Staatsrat Ronny Meyer den Mitgliedern der Deputation für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung noch nicht verraten. Nur so viel: Komplett grün werde man die Route nicht färben. Das sei zu teuer.
Nach Jahren der Planung nähern sich die ersten Abschnitte der Premiumroute nun der Realisierung, wie das Ressort in der Deputation berichtete. In Arbeit sind demnach folgende Abschnitte:
Die Ahlringstraße soll 2023 zur Fahrradstraße werden. 200.000 Euro veranschlagen die Planer für die Asphaltierung.

Alte Postweg zur Fahrradstraße

Der Alte Postweg soll nach Abschluss der Kanalsanierung durch Hansewasser schon ab Juli komplett neu gestaltet und dann als Fahrradstraße umgewidmet werden. Kosten: 2,35 Millionen Euro.
In der Föhrenstraße ist die Verbreiterung des Radweges vorgesehen, damit er in beiden Richtungen befahren werden kann. Kosten: 450.000 Euro. Baubeginn: Juli.

Der Hastedter Osterdeich wird in zwei Bauabschnitte aufgeteilt. Der erste Abschnitt vom Wehrschloss bis zum Jakobsberg soll 2023 umgesetzt werden. Dabei ist ein Tausch von Fuß- und Radweg vorgesehen, um den Radweg verbreitern zu können. Eine Kostenschätzung gibt es noch nicht.

Wenig Zeitgewinn – hoher finanzieller Aufwand

Der zweite Teil bis zur Karl-Carstens-Brücke soll nach Fertigstellung der Untertunnelung der Hastedter Brückenstraße (Baubeginn: 2024) realisiert werden. Die geschätzten Kosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro für den Tunnelbau warfen beim Deputationsvorsitzenden Falk Wagner (SPD) die Frage auf, ob der relativ geringe Zeitgewinn für Radfahrende, denn wohl den hohen finanziellen Aufwand rechtfertige.

Der Osterdeich wird ebenfalls in mehrere Abschnitte unterteilt. Für den Bereich von der Karl-Carstens-Brücke bis zum Sielwall sind aktuell drei Varianten in Prüfung. Knackpunkt ist die Frage, wo die Strecke an den Deichfuß geführt wird – relativ schnell nach der Unterführung, über die Rampe an der Franz-Böhmert-Straße oder im Bereich der vorhandenen Rampe am Bürgerhaus Weserterrassen.
Noch ungeklärt ist die Gestaltung des Knotenpunktes am Sielwall. Von dort bis zur Mozartstraße werden die Parkplätze am Osterdeich auf die andere Straßenseite verlegt um die Breite des Radweges ausnutzen zu können.

Der derzeit teilweise provisorisch hergerichtete Wallring soll in diesem Jahr endgültig umgebaut werden. Der Bund übernimmt einen Großteil der Kosten in Höhe von 4,255 Millionen Euro.
Im Steffensweg soll im Sommer 2023 im Zuge der Neugestaltung der Straße für 6,7 Millionen Euro nach erfolgter Kanalsanierung ein Zweirichtungsradweg gebaut werden.
Die Lange Reihe soll ab Juli zur Fahrradstraße umgebaut werden. Kosten: 3,35 Millionen Euro.

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