Viele Menschen – vor allem ältere – verfügen über Gold- und anderen Schmuck oder wertvolle Münzen. Darauf haben es auch oft unseriöse Geschäftemacher abgesehen. Foto: Bilderbox Viele Menschen – vor allem ältere – verfügen über Gold- und anderen Schmuck oder wertvolle Münzen. Darauf haben es auch oft unseriöse Geschäftemacher abgesehen. Foto: Bilderbox
Verbraucher

Vorsicht vor Goldgräbern

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Kaufgesuche für Nachlässe: Wie Hinterbliebene per Kleinanzeige gelockt und später dann noch bedrängt werden.

In den Kleinanzeigen im Internet oder in den Zeitungen sieht man sie zuhauf: Kaufgesuche für Nachlässe, Pelze, Geschirr, Gemälde, Näh- oder Schreibmaschinen oder auch komplette Haushaltsauflösungen.

Jutta Müller (Name geändert) rief etliche dieser Telefonnummern an, nachdem ihre Schwiegermutter verstorben war. Schließlich hatte die gepflegte ältere Dame Etliches hinterlassen, was zu schade zum Wegwerfen war.

„Haben Sie Gold“

Müller hatte nicht damit gerechnet, viel für den Nachlass zu erhalten, auch nicht damit, dass ihr die Sachen begeistert aus den Händen gerissen würden.

Doch was sie stattdessen erlebte, das machte sie erst einmal sprachlos. Denn egal welchen Inserenten sie anrief, sie bekam fast immer und ohne Umschweife die gleiche Frage gestellt. „Haben Sie Gold?“

„Ich war perplex. Von Gold war in keiner der Anzeigen die Rede gewesen. Sogar als ich dann das Gespräch auf Pelze, Geschirr oder Möbel bringen wollte, ließen die Leute immer noch nicht locker, sondern bohrten noch weiter nach, wie es denn mit Schmuck aussehen würde“, berichtet Müller, der die Art und Weise als sehr unangenehm und fast einschüchternd auffiel.

Wiederverkauf leicht

Müller beendete daraufhin die Gespräche, die alle ähnlich abliefen. Ihre Vermutung: Es muss sich um eine neue Masche handeln, bei der das Interesse an allgemeinen Haushaltsgegenständen nur vorgetäuscht wird, die Händler aber eigentlich nur auf Schmuck und Edelmetall aus sind. Die Gewinnspanne liegt höher und der Wiederverkauf ist einfach.

Der Polizei Bremen sind zwar keine weiteren Fälle in diesem Zusammenhang bekannt, aber: Wir können nicht ausschließen, dass vereinzelnd Scheininserate genutzt werden, um Straftaten wie Diebstähle oder Betrugsdelikte vorzubereiten“, sagt Polizeisprecher Nils Matthiesen.

Tipps von der Polizei

Damit der Verkauf von Pelzen, Gold, Teppichen oder anderen möglicherweise wertvollen Gegenständen sicher abläuft, rät die Polizei: „Holen Sie immer mindestens ein weiteres Angebot ein. Treten Sie vom Verkauf zurück, wenn Sie Zweifel an der Seriosität haben. Lassen Sie sich niemals zum Verkauf drängen oder überreden.“ Zudem sollte einem potenziellen Käufer nie die Wertsache zur Prüfung überlassen werden.

„Gehen Sie die Bewertungen, sowie die Handelshistorie von Käufern und Verkäufern aufmerksam durch und prüfen Sie diese mit Ihrem gesunden Menschenverstand“, rät die Polizei weiter.
Jutta Müller hat das getan und für den Nachlass der Schwiegermutter inzwischen tatsächlich einen serösen Abnehmer gefunden. Denn auch die gibt es nach wie vor unter den Inserenten.

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