Trifft zuverlässig, wenn es darauf ankommt: Für Niclas Füllkrug war es am Millerntor das 15. Saisontor. Foto: Nordphoto Niclas Füllkrug steht da, wo ein Torjäger stehen muss und trifft zum Ausgleich. Foto: Nordphoto
Punkt ergattert

Werder im Glück

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Im Top-Spiel der 2. Liga sichert den Grün-Weißen ein höchst umstrittener Treffer ein 1:1 beim FC St. Pauli.

Man stelle sich vor, dieses Tor fällt in der Schlussminute am letzten Spieltag der Saison und entscheidet darüber, welches Team in die 1. Liga aufsteigt und welches auf der Ziellinie das Nachsehen hat. Es wäre wohl ein absoluter Skandal. Auch wenn es in diesem Fall einen positiven Ausgang für den SV Werder bedeuten würde, so stellt sich die Frage in Zeiten des Videobeweises, warum dieser Treffer anerkannt werden konnte, mit dem die Grün-Weißen am Samstagnachmittag ein 1:1-Unentschieden im Top-Spiel beim FC St. Pauli retteten und damit weiter einen Direkt-Aufstiegsplatz belegen. Übrigens punktgleich mit Schalke 04, das durch einen 3:0-Heimsieg gegen Heidenheim erstmals in dieser Saison die Tabellenführung übernommen hat.

Agus Hand im Spiel

Die strittige Situation ereignete sich an der Seitenlinie nahe der Mittellinie: Werders Felix Agu hat den Ball am Fuß und will damit an seinem Gegenspieler vorbei nach rechts in die Mitte ziehen. Dabei schießt er sich aber gegen seine eigene herunterhängende rechte Hand, von wo der Ball im rechten Winkel durch die Beine seines Gegenspielers prallt. St. Paulis Marcel Beifus reklamiert sofort, während Agu hinterherläuft: Pass auf Leo Bittencourt, der flankt und Niclas Füllkrug zwei Meter vor dem Tor nach Kopfballablage von Romano Schmid verwandelt.

Kölner Keller greift ein

Wer die TV-Bilder sah, hatte eigentlich keine Zweifel, dass dieses Tor irregulär war und auch der Video-Assistant-Referee im Kölner Keller machte den Schiri darauf aufmerksam, sich die Szene noch einmal anzuschauen. Das tat Florian Badstübner dann auch – bestätigte aber schon nach wenigen Sekunden seine eigene Entscheidung. Damit war der Ausgleich (58.) quasi in Stein gemeißelt.

Zuvor bereits strittige Szenen

Es war übrigens nicht die einzige strittige Entscheidung gegen die Hamburger. Zuvor hatte es innerhalb von wenigen Sekunden bereits zwei elfmeterreife Situationen gegeben, als St. Pauli-Torjäger Guido Burgstaller gleich doppelt im Bremer Strafraum zu Fall gekommen war.

Ducksch schlenzt an die Latte

Beide Teams hatten in den Schlussminuten noch die Chance auf den Siegtreffer, doch Werders Marvin Ducksch truf mit seinem Super-Schlenzer nur den Querbalken (86.) und die Hausherren vergaben einen sehr aussichtsreichen Konter überhastet weil der letzte Pass zu ungenau war. Und so blieb es beim grün-weißen 1:1 gegen die beste Heimmannschaft der Liga. Die Bremer, übrigens die zweitbeste Auswärtsmannschaft der Liga, haben am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) gleich das nächste Spitzenspiel vor der Brust, wenn der Tabellenfünfte 1. FC Nürnberg seine Visitenkarte im Weserstadion abgibt.

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