Weniger Abgaben an das Finanzamt: Der Bund der Steuerzahler fordert eine steuerliche Entlastung für Bürger. Foto: Schlie Weniger Abgaben an das Finanzamt: Der Bund der Steuerzahler fordert eine steuerliche Entlastung für Bürger. Foto: Schlie
Steuern

3.432 Euro an den Staat

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Was ein durchschnittlicher Haushalt pro Monat an direkten und indirekten Steuern und Abgaben zahlt

Bis heute hat ein durchschnittlicher Arbeitnehmerhaushalt in Deutschland für den Fiskus gearbeitet, ab morgen wird in die eigene Tasche gewirtschaftet.

So sieht es der Bund der Steuerzahler und hat den heutigen 13. Juli zum Steuerzahlergedenktag ausgerufen.

Rein rechnerisch müsse ein durchschnittlicher Arbeitnehmer sein seit Jahresbeginn erwirtschaftetes Einkommen bis zu diesem Tag in Form von Steuern und Abgaben an den Staat abführen.

„Arbeitnehmerfamilien bleiben von ihren erwirtschafteten Einkommen nach wie vor lediglich 47 Prozent zur freien Verfügung. Finanzamt und Sozialkassen greifen trotz Energiepauschale, temporärer Senkung der Energiesteuer und anderer steuerlicher Entlastungen weiter zu stark zu“, beklagt Carl Kau, Bremer Vorstandsmitglied des Bundes der Steuerzahler.

Carl Kau fordert steuerliche Entlastung für Bürger. Foto: Schlie

Häufig merkt man gar nicht, dass man Steuern und Abgaben entrichtet. So zahlt ein durchschnittlicher Arbeitnehmer-Haushalt (2,2 Personen, Bruttoeinkommen 5.193 Euro) laut Steuerzahlerbund im Monat 1.394 Euro an Steuern.

„Versteckte“ Steuern

Den dicksten Brocken macht dabei mit 774 Euro die Lohn- und Einkommensteuer aus. Das sieht man direkt auf der Lohnabrechnung. Einige andere Steuern und Abgaben fallen nicht so offensichtlich an: 313 Euro Umsatzsteuer, 56 Euro Energiesteuer, 30 Euro Tabaksteuer zahlt ein Durchschnittshaushalt jeden Monat.

Auch die 18,36 Euro Rundfunkbeitrag monatlich zählt der Steuerzahlerbund als Quasi-Steuer hinzu.

Und dann sind da ja zum Beispiel noch Grunderwerbsteuer und Grundsteuer (je 28 Euro), Versicherungssteuer (18 Euro) und Kfz-Steuer (13 Euro).

80 Euro an indirekten Steuern werden von den Unternehmen direkt in Verbraucherpreise überwälzt, etwa die Mineralölsteuer.

Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist: 5,28 Euro Rennwett- und Lotteriesteuer, 2 Euro Erbschafts- und Hundesteuer, 1,68 Euro Kaffeesteuer, 1,74 Euro Alkoholsteuer, 0,61 Euro Biersteuer, 0,52 Euro Sektsteuer, 1,32 Euro Luftverkehrssteuer kommen auch noch dazu.

Inklusive der Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zur Sozialversicherung errechnet der Bund der Steuerzahler durchschnittliche Gesamtabgaben in Höhe von 3.432 Euro pro Monat.

Auf der Einkommensseite zählt er zu den 5.193 Euro Bruttoeinkommen aus der Erwerbstätigkeit noch 152 Euro aus selbstständiger Arbeit und Vermögen hinzu sowie 1.130 Euro Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung, weil diese ja auch vom Arbeitnehmer erwirtschaftet werden.

Macht ein Gesamteinkommen von 6.474 Euro und bei Abgaben in Höhe von 3.432 Euro eine Belastungsquote in Höhe von 53 Prozent.

Verringerung der Stromsteuer

Um die durchschnittliche Einkommensbelastung unter die 50-Prozent-Marke zu drücken, müsse die Einkommensteuer bei unteren und mittleren Gehältern gesenkt werden, meint Kau.

Zudem fordert der Steuerzahlerbund angesichts explodierender Energiekosten eine Verringerung der Mehrwertsteuersätze auf Strom und Heizkosten sowie eine Verringerung der Stromsteuer.

„Bürger entlasten ist die politische Maßgabe der Stunde, statt unnötig hohe Ausgaben zu Lasten der Steuerzahler zu produzieren wie zum Beispiel durch noch mehr Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft“ meint Kau.

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