Insgesamt 500 Millionen Euro will Bremen in den nächsten zehn Jahren in seine Häfen stecken.Foto: Schlie Insgesamt 500 Millionen Euro will Bremen in den nächsten zehn Jahren in seine Häfen stecken. Foto: Schlie
Logistik

Hoffen auf Tauwetter

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Perspektive für Terminal-Kooperation

Frank Dreeke gibt noch nicht auf. „Ich glaube und hoffe, dass wir im nächsten Jahr die Gespräche wieder aufnehmen, die wir begonnen haben“, sagt der Vorstandschef der Bremer BLG Logistics Group. Er sitzt zugleich dem Aufsichtsrat von Eurogate vor. Und um den Terminalbetreiber geht es ihm.

Am 28. Mai 2020, Punkt 17.02 Uhr, schreckte eine Ad hoc-Meldung die Hafenbranche auf. Eurokai und BLG, beide Gesellschafter von Eurogate, und der Hamburger Logistikkonzern HHLA kündigten Gespräche „über eine strategische Kooperation“ an.

Sie wollten sondieren, ob sie beim Containerumschlag in Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven zusammenarbeiten und so ein Gegengewicht bilden könnten zu den Konkurrenten Rotterdam und Antwerpen und zu den großen Allianzen der Reedereien. Eurogate verpflichtete mit Thorsten Schütt sogar einen Chief Transformation Officer (CTO).

Doch zwei Jahre später, am 1 Juli 2022, kam die nächste Schocknachricht. Die Unternehmen legten die Gespräche „auf Eis“, wie sie mitteilten. Sie verwiesen auf die „aktuelle geopolitische Situation mit bisher unabsehbaren Auswirkungen“.
Ob und wie die Gespräche weitergehen, ist offen. „Es ist nichts geplant und nichts ausgeschlossen“, sagt Hans-Jörg Heims, der Sprecher von HHLA.

Die bremischen Häfen könnten einen Impuls gebrauchen. Sie werden in diesem Jahr voraussichtlich nur 4,6 Millionen Container umschlagen, 8,1 Prozent weniger als 2021. Damit verlieren sie prozentual nach jetzigen Stand mehr Containerumschlag als Hamburg und Rotterdam.

Der Bremer Senat will in den nächsten zehn Jahren insgesamt 500 Millionen Euro in die Häfen investieren. Häfensenatorin Claudia Schilling erwartet, dass auch der Klimaschutz und die Energiekrise den Aufschwung beflügeln. So will sie prüfen lassen, ob der südliche Fischereihafen in Bremerhaven zur Station für den Import von Wasserstoff entwickelt werden kann. Und Bremenports-Chef Robert Howe schlägt ein CO2-Terminal im Neustädter Hafen vor.

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