Wasserstoff-Autos und -Lastwagen sollen mehr Möglichkeiten zum Tanken bekommen: Dafür ist unter anderem eine Tankstelle in der Ortschaft Heilshorn geplant. Foto: h2non.de
Zapfstelle geplant

Wasserstoff tanken in der Kreisstadt?

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In Osterholz-Scharmbeck könnte es bald eine Zapfstelle für Autos, Busse und LKW geben.

Er gilt als Treibstoff der Zukunft: Mit grünem Wasserstoff sind vor allem im Güterverkehr große Erwartungen verbunden. Nun gibt es eine neue Entwicklung im Wasserstoff-Tankstellenbetrieb, die direkt Osterholz-Scharmbeck betreffen könnte. „Aktuell läuft die Bewerbung der Innovationsagentur Nordostniedersachsenzusammen mit der Agentur Erneuerbare Energien Hamburg um eine Förderung des Bundes in Höhe von 15 Millionen Euro für das Projekt ‚Clean Cargo Connect‘, mit dem der Güterverkehr auf den Straßen im Hinterland des Hamburger Hafens auf Wasserstoff umgestellt werden soll“, heißt es in einer Mitteilung des Wasserstoffnetzwerkes Nordostniedersachsen. Dafür sei unter anderem in Osterholz-Scharmbeck eine Wasserstoff-Tankstelle geplant.

„Sauberer“ Wasserstoff

Im Industriepark Heilshorn will die Firma Green Fuels aus Bremerhaven die Wasserstofftankstelle errichten – wenn die Förderung genehmigt wird. Der grüne Wasserstoff – zur Herstellung werden erneuerbare Energien wie Solar- oder Wind-Energie verwendet, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten – soll regional in Bremerhaven und am geplanten Elektrolyse-Standort Mulsum/Fredenbeck produziert werden. An den öffentlichen Zapfpunkten könnten Autos, Busse und LKW rund um die Uhr Wasserstoff tanken. Mit einem Kilogramm Wasserstoff im Tank kann laut Wasserstoffnetzwerk ein Auto rund 100 Kilometer weit fahren. Die neue Tankstelle soll mindestens 1.200 Kilogramm Wasserstoff täglich bereitstellen.

Betriebe könnten Tankstelle nutzen

Ein großer Abnehmer an der H2-Tankmöglichkeit ist perspektivisch der Abfallservice Osterholz (ASO). „Als regionaler Abfallentsorger habe wir uns das Ziel gesetzt, unsere Flotte nach und nach auf klimaneutrale Antriebe umzustellen. Dazu erwarten wir die Lieferung unseres ersten wasserstoffbetriebenen LKW von Faun im Mai“, sagt ASO-Geschäftsführer Christof von Schroetter. Weitere potenzielle Nutzer seien die Osterholzer Stadtwerke und die Firma Faun selbst.

Politik voll des Lobes

„Das ambitionierte Vorhaben trägt einen wichtigen Teil zur angestrebten Energiewende bei und stärkt die regionale Wertschöpfungskette“, sagt Osterholz-Scharmbecks Bürgermeister Torsten Rohde. Landrat Bernd Lütjen, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Innovationsagentur ist, begrüßt insbesondere den kreisübergreifenden Ansatz des Projektes. Er schließt sich dem Lob an: „Andere reden über interkommunale Zusammenarbeit – wir leben sie seit Jahrzehnten.“

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