Das ist der Prototyp des Elektrobusses, der demnächst durch den Bremer Verkehr rollt. Besucher des Kongresses durften den Elektro-Bus, der bald durch Bremen fährt, schon ausprobieren. Foto: Schlie
Verkehrsplanung

Internationale Verkehrsexperten lernen von Bremen

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Wie sieht der Verkehr heute und in Zukunft aus? Das diskutierten Experten aus aller Welt zwei Tage lang im Congress-Centrum. Die brasilianische Stadt Belo Horizonte will sogar ein Bremer Verkehrsprojekt kopieren.

Wenn der Elektrobus Gas gibt, ist er gar nicht mehr so leise. Mit einem hohen Säuseln düst er durch die Überseestadt. An Bord: Fahrgäste unter anderem aus Polen, Griechenland und Schweden.

Mit über 400 anderen Verkehrsexperten aus der ganzen Welt waren sie zwei Tage zu Besuch in Bremen. Die Hansestadt ist Gastgeber des wichtigsten europäischen Verkehrskongresses zu nachhaltiger Stadtverkehrsplanung.

Bremen ist beim Verkehr Vorbild für andere Städte

„Wie sind Vorbild für viele andere Städte“, sagt Jens Tittmann, Sprecher des Verkehrsressorts. Schließlich hat Bremen für seinen Verkehrsentwicklungsplan 2025 den Sustainable Urban Mobility Plan Award bekommen und darf deshalb die Konferenz ausrichten.

Unter anderem Marcelo Cintra do Amaral aus dem brasilianischen und staugeplagten Belo Horizonte ist nach Bremen gekommen. Er interessiere sich für den Bremer Radverkehr, insbesondere für die Premiumroute zwischen City und Uni.

Belo Horizonte will Radrouten kopieren

„Die wollen das in Belo Horizonte nach Bremer Vorbild einführen“, sagt Tittmann nicht ohne Stolz. Die Bremer Verkehrsplaner wollen beim Kongress aber auch selbst Kontakte zu ihren Vorbild-Städten pflegen. Kopenhagen etwa gilt gerade in Sachen Radverkehr als Maßstab.

Lasha Nakashidze aus Georgien ist in Bremen besonders aufgefallen, dass es verhältnismäßig wenig Autos gibt. Im Auftrag der Vereinten Nationen unterstützt er die georgische Hafenstadt Batumi dabei, den Straßenverkehr umweltfreundlicher zu gestalten.

Georgier informieren sich in Bremen über Elektrobusse

„Dort fahren deutlich mehr Autos“, sagt er. Dabei ist das Busfahren in seiner Heimat deutlich günstiger. Umgerechnet 12 Cent kostet ein Ticket.

Unter anderem um Batumi ein grünes Image zu verpassen, sollen dort möglichst noch dieses Jahr die ersten Elektro-Busse über die Straße rollen. Es wäre der erste im gesamten Kaukasus.

Elektrobusse rollen bald durch Bremen

Deshalb ist Nakashidze bei der Probefahrt mit dem Elektro-Gelenkbus der Firma Sileo aus Salzgitter dabei. „Das ist der Prototyp des Busses, der demnächst auch in Bremen fahren wird“, sagt Hajo Müller, Vorstand der Bremer Straßenbahn AG (BSAG). Die Stromtankstelle steht schon auf dem Betriebsgelände. In rund vier Wochen soll die Testphase starten.

„Wenn es finanzierbar ist, wollen wir bis 2025 die Hälfte unseres Gesamtangebots elektrisch betreiben“, sagt Müller. Neben den Straßenbahnen sollen dann 70 bis 80 Elektrobusse ans Liniennetz gehen. „Das ist schon eine Hausnummer.“

Für diese Entwicklungen interessiert sich auch Janette Heidenreich von der Rostocker Straßenbahn AG. Das Unternehmen will zunächst einmal einen Elektro-Bus auf die Straße bringen. „Wir erstellen gerade eine Machbarkeitsstudie. So weit wie Bremen sind wir also noch nicht“, sagt sie.

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