Einbruchsradar der Düsseldorfer Polizei. Foto: Schlie Hier läuft es schon: Das Einbruchsradar der Düsseldorfer Polizei. Foto: Schlie
Software

Jeder Einbruch soll auf die Internet-Karte

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Die Tatorte der vergangenen zwei Wochen solle auf einer Karte im Netz gezeigt werden: Die Bremer Polizei will ein "Einbruchsradar" einführen, spätestens bis 26. Oktober. Außerdem soll eine Software Taten vorhersagen.

Laura Bohlmann und Florian Hanauer

Die Bremer Polizei bereitet ein „Einbruchsradar“ vor, eine interaktive Karte, auf der Bürger erkennen können, wo im Stadtgebiet Einbrüche stattgefunden haben – mit Kachelsymbolen. Die Tatorte der vergangenen Woche und der vergangenen 14 Tage erscheinen auf dieser Karte. Das berichtet der Senat in einer Vorlage für die Innendeputation.

Der Öffentlichkeit soll das „Einbruchsradar“ am 26. Oktober vorgestellt werden, eventuell schon früher. Die Sicherheitsbehörden hoffen so auf mehr Hinweise aus der Bevölkerung. Das ganze läuft im Rahmen eines Modellversuchs. Das Einbruchsradar soll „die Betroffenheit der Bevölkerung erhöhen und so zur Mitwirkung auffordern“, heißt es in der Vorlage.

Erstmals auch „Predictive Policing“-Software

Die Polizei will aber noch einen Schritt weiter gehen: So soll eine Software für die Analyse von Einbruchsfällen angeschafft und die Polizeibehörden mit diesem „Predictive-Policing“-Programm  ausgestattet werden, so die Vorlage weiter. „Sie soll zunächst in der Stadtgemeinde Bremen im Rahmen eines Modellversuchs zum Einsatz kommen.“

Das Schlagwort „Predictive Policing“ klingt nach Science Fiction: Dahinter verbirgt sich die Auswertung unterschiedlichster Datenquellen, um in einer Analyse künftige Straftaten vorauszusehen und verhindern zu können.

Auf zukünftige Tatorte schließen können

„Durch die Software werden Daten so aufbereitet, dass mittels statistischer Analysen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf zukünftige Tatorte geschlossen werden kann“, heißt es in dem Senatspapier. „Sie setzt wiederkehrende Muster und eine entsprechende Datenlage voraus.“

Allerdings weist das Papier auch darauf hin, dass es mehr Personal benötige, um die Software vernünftig einzusetzen. In Bayern und Baden-Württemberg werden solche System bereits getestet.

Teilweise gebe es Rückgänge in den Testgebieten, ob diese aber wirklich auf die Software zurückzuführen seien, ist  noch offen. Das Einbruchsradar übrigens wird in Nordrhein-Westfalen schon benutzt: In Düsseldorf etwa arbeitet die Polizei bereits mit einer solchen Karte.

Polizeigewerkschaft sieht Einbruchsradar skeptisch

Die Polizeigewerkschaft GdP ist zurückhaltend: „Als ein Mittel von vielen kann so eine Karte sinnvoll sein. Die Bewohner werden so sensibilisiert und können der Polizei eventuell mehr Hinweise auf Personen oder verdächtige Fahrzeuge geben“, so der Vize-Landesvorsitzende Heinfried Keithahn.

„Aber Täter schauen sich so eine Karte auch an und wissen dann, dass dort die Polizei ist.“ Die Aufklärungsquote von Einbrüchen in Bremen sei sehr schlecht, deshalb müsse man gerade alles versuchen, um Täter zu fassen.

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