Für die Kuratorin der Terrakottaausstellung, Jaana Klumpp, sind die Krieger-Repliken „wie echt“. Foto: pv
Ausstellung

Terrakottaarmee: Das Geheimnis der Krieger

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Vor der Ausstellung der Terrakottaarmee im BLG-Forum am 18. Mai haben wir mit Kuratorin Jaana Klumpp gesprochen. Was hinter den Kriegern streckt, welche Herausforderungen es gab und worauf sich Besucher freuen dürfen.

Weser Report: Frau Klumpp, warum sollte man die Ausstellung auf keinen Fall verpassen?

Jaana Klumpp: Das Thema Terrakotta-Armee ist ein unglaubliches Phänomen. Das Bild der Figuren aus China hat bestimmt jeder im Kopf. Und allein durch die Dimension – es sind insgesamt 8.000 Krieger – ist sie bedeutsam. Aber die Geschichte, die hinter den Figuren steckt, die kennt kaum einer. Und die wollen wir den Besuchern näher bringen.

Was ist denn die Geschichte, die dahinter steckt?

Der erste Kaiser von China, Qin Shi Huang Di, hat sich als Grabmal seine Welt nachbilden lassen: Mit Palast, Ställen, Hofstaat und einem Jagdrevier. Und zum Schutz all dessen dient das Heer. Doch selbst diese riesige Terrakottaarmee umfasst nur einen kleinen Teil des insgesamt 56 Quadratkilometer großen Areals. Man geht davon aus, dass bisher nicht mehr als ein Viertel des Ganzen ausgegraben wurde.

In der Ausstellung sind 150 Krieger zu sehen – allesamt Repliken. Warum werden keine Originale ausgestellt?

Die Situation der Figuren in China ist nicht so gut. Insgesamt wurden dort auch erst etwa 1.500 komplett ausgegraben. Und selbst die sind – weil die Holzdecke, die sie einst überspannte, eingebrochen ist – in 80 bis 300 Scherben pro Figur zersprungen. Das Puzzle zusammenzusetzen, dauerte bereits Jahre. Zudem waren die Statuen ursprünglich bemalt. Sobald man sie jedoch ausgräbt, kommt es aufgrund der Luftverhältnisse zu einer chemischen Reaktion, die die Farbe innerhalb von zwei bis drei Minuten abplatzen lässt. Man hat also das Ausgrabungstempo deutlich reduziert, bis eine Methode erfunden wird, die Farbe zu erhalten. Sie sehen: Für einen Transport sind die Stücke definitiv nicht geeignet. Wir müssen deshalb auf Nachbildungen zurückgreifen. Aber die sind wie die echten Krieger auch einzigartig und wurden von Handwerkern nach genau dem gleichen Verfahren wie die Originale gefertigt – direkt neben der Grabanlage in der chinesischen Provinz Shaanxi, in uralten Brennöfen und mit Material aus denselben Lehmgruben. Auch sie sind innen hohl und sehr fragil. Für mich sind sie wie echt.

Dann ist der Transport sicher auch nicht einfach…

Das ist auf jeden Fall eine logistische Herausforderung. Wir transportieren die Exponate in speziellen Schaumstoffkonstruktionen in Frachtcontainern. Und für den Aufbau haben wir dann auch nur neun Tage Zeit.

Geben Sie uns einen Einblick in die Ausstellung?

Wir bauen auch eine Art Galerie nach, eine Draufsicht, wie in China. Dazu gibt es Kurzfilme, viele weitere Ausstellungsstücke sowie eine Licht- und Tonshow. Die ist wichtig, denn wir möchten eine bestimmte Stimmung erzeugen. Zudem haben wir für Bremen etwas Neues geplant. Aber das ist noch ein Geheimnis.

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