KGS Brinkum Die Kooperative Gesamtschule Brinkum bietet Unternehmen der Gemeinde Stuhr an, sich und ihre Ausbildungsangebote beim Betrieb des Monats vorzustellen. Foto: av
Stuhr

Berufe in der Gemeinde Stuhr besser kennen lernen

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Unternehmen, Schulen und die Gemeinde Stuhr wollen enger zusammenarbeiten und sich öfter zum Thema Berufsorientierung austauschen. Die Firmen sollen auch verstärkt über die Aktivitäten der Schulen informiert werden.

Die Schule ist abgeschlossen, der Abschluss in der Tasche – was nun? „Die Schüler wissen oft nicht, was sie wollen und auf der anderen Seite suchen die Betriebe händeringend nach Kräften“, sagt Ute Sydow, Vorsitzende des Unternehmerinnenforum.

„Jedes Jahr machen 400 bis 500 Schüler ihren Abschluss in der Gemeinde Stuhr“, sagt Michael Triebs, Schulleiter der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Brinkum. „Wir können nicht warten, bis jemand zu uns kommt“, ergänzt Rainer Troue, Leiter der Kreissparkasse Brinkum. „Es hilft nichts zu klagen.“

Aus diesem Grund haben sich die Vertreter der Stuhrer Interessengemeinschaften, der allgemeinbildenden Schulen und der Wirtschaftsförderung zusammengesetzt und ausgetauscht. „Der Fachkräftemangel ist ein Thema, das uns in der Wirtschaft schon lange beschäftigt“, sagt Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier.

Die Aktivitäten der Schulen zum Thema Berufsorientierung sollen deshalb in Zukunft mehr dargestellt und die Stuhrer Unternehmen über diese Angebote informiert werden.

Unternehmen können sich in den Schulen vorstellen

So bieten die Kooperative Gesamtschule Stuhr-Moordeich (Lise-Meitner-Schule) und die KGS Brinkum Praktika und den Betrieb des Monats an. Bei letzterem können Unternehmen sich und ihre Ausbildungsmöglichkeiten in den Schulen vorstellen.

Die KGS Moordeich bietet außerdem Betriebsbesichtigungen an und die Schüler üben Vorstellungsgespräche in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen.

„Wir haben außerdem Kooperationen mit der Berufsbildenden Schule Syke und der Wilhelm-Wagenfeld-Schule in Huchting“, sagt Sven Lübben, Leiter des Fachbereichs Arbeitslehre der KGS Moordeich. Doch viele Betriebe wüssten nicht, wann die Schulen Praktika und Besichtigungen anbieten.

Die Unentschlossenen begeistern

„Ein kurzes Praktikum ist nicht von Vorteil, das arbeiten die Schüler nur ab“, kritisiert Peter Bruns, Geschäftsführer des Autohauses Bruns & Wassermann.

Die Schüler können aber auch zusätzliche Praktika absolvieren, um die Betriebe kennenzulernen. „Ich habe allein dieses Halbjahr drei Schüler für Praktika freigestellt“, sagt Schulleiter Triebs. „Es macht Sinn, die Schulen näher an die Betrieben zu rücken, damit die Schüler eine Chance haben nach ihrem Abschluss unterzukommen.“

Die Schüler sollen aber nicht irgendwo unterkommen, sondern in den Betrieben der Gemeinde Stuhr. „Wir müssen vor allem die Unentschlossenen begeistern, die eine Ausbildung machen könnten“, sagt Axel Brauner, zweiter Vorsitzender der Brinkumer Interessengemeinschaft.

Unbekannte Berufe bekannt machen

„Für die Betriebe ist es eine Chance sich vorzustellen und bislang unbekannte Berufe bekannt zu machen“, sagt Volker Twachtmann, zweiter Vorsitzender der Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen.

Der gemeinsame Austausch sei bereits ein Anfang in der Berufsorientierung gewesen. „Es ist ein wunderbares Beispiel wie wir zusammenarbeiten können“, sagt der Stuhrer Bürgermeister Niels Thomsen.

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