Die Stadtwerke Achim wollen fünf Prozent ihrer Anteile an das Elektrizitätswerk Ottersberg verkaufen. Foto: Bruns Die Stadtwerke Achim wollen fünf Prozent ihrer Anteile an das Elektrizitätswerk Ottersberg verkaufen. Foto: Bruns
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3 Millionen Euro für Anteile an Achimer Stadtwerken

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Die Gemeinde Ottersberg möchte bis zu fünf Prozent der Anteile an den Achimer Stadtwerken kaufen. Die Verhandlungen sollen dieses Jahr abgeschlossen werden. Beide Kommunen wollen ihre Zusammenarbeit so "vertiefen".

Dass zukünftig auch der Flecken Ottersberg ein Wörtchen bei Achims Strom-, Wärme- und Gasversorgung mitreden soll, geht nun aus einer Mitteilung der Verwaltung an den Achimer Stadtrat hervor. Schon im Dezember vergangenen Jahres hat sich die Stadt Achim dafür ausgesprochen Anteile ihrer bisher allein betriebenen Stadtwerke Achim (SWA) an das sich ebenfalls in kommunaler Hand befindende Elektrizitätswerk Ottersberg (EWO) zu verkaufen.

Die Vetragsverhandlungen dauern zwar noch an, jedoch stehen nun einige Details fest, über die zumindest der Gemeinderat in Ottersberg morgen abstimmen wird. Tatsächlich soll der Flecken Ottersberg ein Wort mitsprechen, wenn es sich durch seinen Ankauf von fünf Prozent der Anteile auch nur auf ein Mitglied beschränkt, welches er in den Aufsichtsrat nach Achim entsenden dürfe.

Um den Posten zu schaffen, müsse jedoch das Grundkapital der SWA auf 500.000 Euro aufgestockt werden. Die maximal fünf Prozent Aktienanteile sollen bis zu drei Millionen Euro kosten, welche die Gemeinde Ottersberg durch einen Nachtragshaushalt genehmigen lassen will.

Achim will ein Vorkaufsrecht

Einem Gutachten nach liege der Gesamtkaufpreis der Stadtwerke Achim bei rund 58 Millionen Euro. Durch den Konsortialvertrag soll der Stadt Achim auch ein Vorkaufsrecht zugesichert werden, sollte Ottersberg seine Anteile wieder verkaufen. „Es ist nach wie vor das Ziel der Verwaltung, dass die SWA in kommunaler Hand bleibt“, sagt Thea Mühe von der Stadt Achim.

Das bedeutet: Die Anteile sollen möglichst nicht an einen Investor aus der Privatwirtschaft verkauft werden. Ausschließen kann Ottersbergs Bürgermeister Horst Hofmann so einen Verkauf jedoch nicht, auch wenn er den Betrieb aus kommunaler Hand langfristig für sinnvoller hält. „Man muss aber auch gucken, was der Aufsichtsrat in zehn Jahren beschließen könnte“, sagt Hofmann.

Vorteile durch die Beteiligung sieht er in der Vertiefung der Zusammenarbeit mit den Nachbarn aus Achim – auch bei zukünftigen Projekten wie dem Ausbau vom Breitbandnetz. Er wolle „Synergieeffekte“ durch „technischen und digitalen Austausch“ erreichen. Auch ein gemeinsamer Einkauf soll Vorteile bringen. „Das ist eine Variante zur Festigung der Beziehung zwischen Ottersberg und Achim.

Zusammenarbeit noch in diesem Jahr

Die Aufgaben sind fast die selben“, sagt Hofmann Welche genauen Vorteile sich die Stadt Achim durch den Verkauf der Anteile verspricht, möchte die Rechtsrätin der Stadt Achim, Thea Mühe, auf Anfrage nicht beantwortet. In ihrer Mitteillungsvorlage, die dem Stadtrat morgen zur Kenntnisnahme vorgelegt werden soll, heißt es dazu: „Eine Zusammenarbeit dient der langfristigen Stärkung der SWA und trägt dazu bei, dass sich die SWA zukunftsfähig aufstellen können“.

Wann der Stadtrat einen Beschluss fassen wird und dem Vertrag zustimmt, ist noch nicht sicher. Man hoffe von Seiten der Gemeinden auf eine Umsetzung noch in diesem Jahr. Sollte Achims Stadtrat und der Gemeinderat in Ottersberg zustimmen, muss auch noch der Landkreis grünes Licht geben.

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