Flieger in die Türkei auf dem Vorfeld des Flughafens. Foto: Schlie Rund 1,2 Millionen Passagiere nutzen den Bremer Flughafen im ersten Halbjahr. Foto: Schlie
Über den Wolken

Flughafen-Passagiere: Bremen besser als der Bund

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Der Airport der Hansestadt entwickelt sich überdurchschnittlich gut: Der Flughafen gewann im ersten Halbjahr mehr Passagiere als alle anderen deutschen Flughäfen. Auch wurden die Zahl der Nachtflüge gesenkt.

Noch keinen Monat im Amt kann Bremens neuer Flughafenchef Elmar Kleinert schon seine erste frohe Botschaft verkünden: Der Airport der Hansestadt entwickelt sich überdurchschnittlich gut. Rund 1,2 Millionen Passagiere nutzen ihn im ersten Halbjahr, fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. An allen deutschen Flughäfen zusammen stieg die Zahl der Passagiere nur um 2,3 Prozent auf knapp 110 Millionen.

Bremens Nachbarstadt Hamburg musste sogar ein Minus von 2,1 Prozent hinnehmen. 8,1 Millionen Fluggäste stiegen dort ein oder aus. An den Berliner Flughäfen, Kleinerts früherer Arbeitsstätte, brachen die Passagierzahlen sogar um 4,2 Prozent ein. Rund 15,6 Millionen Reisende starteten oder landeten dort.

Weniger Nachtflüge in Bremen

Und noch eine frohe Kunde kann Kleinert verbreiten: Trotz steigender Passagierzahlen gab es weniger Nachtflüge. In den ersten fünf Monaten diesen Jahres kamen zwischen 22 Uhr und 6 Uhr 493 Maschinen an oder hoben ab.

In den ersten fünf Monaten des Vorjahres waren es noch 639. Damit setzt sich der Trend fort, der im vergangenen Jahr begonnen hat. Im gesamten Jahr 2017 registrierte der Bremer Flughafen 1.709 Nachtflüge, 113 weniger als 2016. Und kein Vergleich zu 2010: Damals mussten die Bremer 2.559 Nachtflüge über sich ergehen lassen, so viele wie seither nicht mehr.

Vielfältige Gründe für den Erfolg

Eine eindeutige Ursache für den Rückgang kann Flughafensprecherin Andrea Hartmann zwar nicht nennen. Die Gründe seien sicherlich vielfältig, sagt Hartmann. Aber die Fluggesellschaften müssen mehr als früher zahlen, wenn sie den Flughafen nachts benutzen.

Je nach Zeit wird ein Zuschlag von 40 bis 800 Prozent zu den normalen Flughafengebühren fällig. Für eine Boeing 737-800 mit knapp 190 Passagieren beispielsweise, die nach Mitternacht in Bremen aufsetzt, muss die Airline rund 2.000 Euro zusätzlich überweisen.

Bundesweit mehr Nachtflüge

Auch bei den Nachtflügen hebt sich Bremen positiv von der gesamtdeutschen Entwicklung ab. Während es in der Hansestadt ruhiger wird, steigt bundesweit die Zahl der Nachtflüge und erreichte 2017 einen Rekord.

Genau 215.843 Nachtflüge zählten die 16 Verkehrsflughäfen im vergangenen Jahr. Das sind rund 14.000 mehr als 2016, wie das Bundesverkehrsministerium auf eine Anfrage der Grünen mitteilte.

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