Alois Kobler ist gelernter Tischler, leitete eine Tischlerei, bis er 1990 zur österreichischen Möbelkette XXXLutz wechselte. Seit 1994 arbeitet er für XXXLutz in Deutschland. Foto: Schlie
Interview

Alois Kobler: „Wir werden aggressiver“

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Der XXXLutz-Deutschlandchef erzählt im Interview von seinen Plänen über Dodenhof, die Möbelbranche und City-Häuser.

Weser Report: Herr Kobler, der österreichische Möbelhändler XXXLutz ist in Deutschland die Nummer zwei hinter Ikea. Wann überholen Sie Ikea?

Alois Kobler: Das kann ich nicht genau sagen, aber das Ziel ist gesetzt. Wir wollen vernünftig wachsen, der flächenbereinigte Umsatz, also der Umsatz je Quadratmeter, darf nicht darunter leiden.

Ende vergangenen Jahres haben Sie mit Dodenhof eine gemeinsame Gesellschaft für die Dodenhof-Möbelhäuser Wohnwelten in Posthausen und Kaltenkirchen gegründet, an der XXXLutz 75 Prozent hält und Dodenhof 25 Prozent. Was planen Sie dort?

Wir werden das Sortiment deutlich verbreitern und in der unteren und mittleren Preisklasse deutlich aggressiver und interessanter werden. Bei XXXLutz haben wir sicherlich klare Vorteile in den Bereichen Küche, Schlafen und insbesondere bei Boxspringbetten. Außerdem sind wir bei Vorhängen und im Babybereich deutlich stärker als unsere Mitbewerber. Wir haben auch ein eigenes Nähstudio und bieten Gardinenmontage an. Das gibt es so bei Dodenhof noch nicht.

Was wollen Sie bei Dodenhof umbauen?

Aktuell bauen wir wegen des Sortimentswechsels einige Bereiche schon um. An der Größe des Möbelhauses ändert sich allerdings nichts. An- und Neubauten sind nicht geplant.

Bleibt der Name Dodenhof?

Ja, der Name Dodenhof bleibt, ergänzt durch XXXLutz in gleicher Größe. Dies ist auf Dauer geplant.

In Kaltenkirchen haben Sie auch die Immobilie gekauft, in der Dodenhof die Möbel anbietet. Warum sind Sie in Posthausen nur Mieter?

Das hat sich so ergeben. Wir übernehmen auch immer ganz gerne die Immobilien, in denen wir unsere Sortimente anbieten. Aber wir können auch damit leben, dass es bei Dodenhof nicht so ist.

Mit Dodenhof haben Sie jetzt 48 XXXLutz-Häuser in Deutschland. Wie viele kommen dieses Jahr dazu?

Die zur XXXLutz-Gruppe gehörende Vertriebsschiene Mömax plant in diesem Jahr, fünf Mömax Trend-Möbelhäuser zu eröffnen. Wir bei XXXLutz bauen aktuell am Erfurter Kreuz ein E-Commerce-Verteilzentrum für ganz Deutschland, mit 200.000 Quadratmetern Lagerfläche. Das ist mit rund 90 Millionen Euro unsere größte Einzelinvestition.

Für die Dodenhof-Wohnwelten haben Sie mit Dodenhof ein gemeinsames Unternehmen gegründet. Ist das üblich bei Ihnen oder doch die Komplettübernahme?

Die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens ist etwas Besonderes.

Ikea testet in Hamburg-Altona ein City-Möbelhaus. Planen Sie auch Möbelhäuser in der City?

Wir denken nicht daran, 30.000 Quadratmeter in der Stadt zu platzieren. Aber wir denken schon darüber nach, ob es Innenstadt-Standorte gibt, an denen wir spezielle Warengruppen anbieten können wie beispielsweise Küchen oder Fachsortimente. Aber es gibt noch nichts Konkretes.

Wie wichtig sind die Fachsortimente wie Kerzen, Teller oder Wohnaccessoires als Zusatzgeschäft?

Sehr wichtig. Unsere Fachsortimente machen insgesamt knapp ein Viertel des Umsatzes aus.

Wie stark bedrängt Sie der Online-Handel?

Er ist keine Konkurrenz. Wir waren der erste stationäre Einrichtungshändler, der das Thema Online aufgegriffen hat und entschieden hat, durch Online den stationären Handel zu stärken. Wer online besser ist als die Wettbewerber, wird auch der stärkste stationäre Händler sein. Gegenüber dem reinen Online-Händler haben wir einen Riesenvorteil: Da es uns flächendeckend gibt, können wir Serviceleistungen anbieten, die kein reiner Online-Händler anbieten kann.

Welchen prozentualen Anteil trägt der Online-Handel zum Umsatz bei?

Einen knapp zweistelligen Anteil.

Welchen Umsatz planen Sie für dieses Jahr in Deutschland? 2018 betrug er 2,2 Milliarden Euro.

Wir streben bei XXXLutz jedes Jahr eine Steigerung des flächenbereinigten Umsatzes an. Das haben wir im vergangenen Jahr knapp hinbekommen, lagen damit aber noch deutlich über dem Branchendurchschnitt. Dieses Jahr werden wir es wieder hinbekommen.

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