Im Jahr 2018 wurden in den bremischen Häfen 5,4 Millionen Container empfangen oder versandt. Symbolfoto: WR
Hafenbilanz

Bremen verliert Container

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Die Wirtschaftsbehörde legt den Hafenspiegel vor: USA ist vor China der wichtigste Partner für Bremen.

Der Optimismus überrascht zunächst. „Die bremischen Häfen bleiben ein wachsender Wirtschaftszweig“, sagt Wirtschaftsstaatsrat Jörg Schulz. „Mit den Sanierungsmaßnahmen stärken wir diese positive Entwicklung.“ Die jüngsten Zahlen fallen allerdings nicht so erfreulich aus. In den ersten vier Monaten dieses Jahres haben die bremischen Häfen insgesamt Ladung verloren.

Nur 1,6 Millionen Container (TEU) wurden in dieser Zeit umgeschlagen, acht Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Umschlag von Massengut und Stückgut sank um 3,7 Prozent auf knapp 24 Millionen Tonnen, wie die jüngsten Zahlen der Wirtschaftsbehörde zeigen.

Weniger Container als im Vorjahr

Im gesamten Jahr 2018 wurden in den bremischen Häfen 5,4 Millionen Container empfangen oder versandt, im Jahr zuvor waren es noch 5,5 Millionen. Das geht aus dem Hafenspiegel 2018 hervor, den die Wirtschaftsbehörde und die Hafengesellschaft Bremenports jetzt vorgelegt haben. Die meisten Container wurden 2012 verladen: 6,1 Millionen.

Allerdings verlegte die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd Anfang 2019 vier Transatlantikdienste von Bremerhaven nach Hamburg. Jährlich schlagen diese Dienste 500.000 Container um. An Hapag-Lloyd ist auch die Stadt Hamburg beteiligt.

Der Abstand zu den europäischen Konkurrenten wächst

Die Allianz der Reedereien Maersk und MSC hatte im März angekündigt, einen Dienst von Bremerhaven abzuziehen. Auch er soll künftig Hamburg anlaufen.

Auch in Hamburg sank 2018 der Containerumschlag: auf 8,7 Millionen Boxen, gegenüber 2017 ein Minus von einem Prozent. Der Abstand zu den größten europäischen Konkurrenten wächst weiter: In Rotterdam wurden 2018 rund 14,5 Millionen Container verladen, in Antwerpen 11,1 Millionen. „Diese Häfen unterliegen keinen Restriktionen bei der Erreichbarkeit“, erklärt Axel Mattern, der Vorstand der Marketinggesellschaft des Hamburger Hafens, und verweist damit auf den jahrelangen Streit um die Vertiefung und Verbreitung der Elbe.

USA ist wichtigster Handelspartner

Allerdings konnte Hamburg in den ersten drei Monaten 2019 wieder zulegen. Der Umschlag von Containern stieg um 6,4 Prozent auf 2,3 Millionen, der Seegüterumschlag insgesamt um 6 Prozent auf 34,6 Millionen Tonnen.
Wichtiger Handelspartner der Hamburger ist China mit einem Volumen von 2,6 Millionen Containern im Jahr 2018. Anders in Bremen.

Stärkstes Partnerland der bremischen Häfen sind die USA. Für 1,2 Millionen Container waren die USA Herkunftsland oder Ziel. Der Containerumschlag mit China betrug nur 606.000 Boxen, mit Abstand gefolgt von Russland.

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2 Antworten

  1. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Weiter so

    Kinderlos alleinstehende Menschen mit Behinderungen sind, als Bremer im Exil, hoch erfreut über diese Entwicklung. Sie fordern eine soziale Ordnung, die ihren Namen verdient. Bei demnächst anstehenden Kündigungen in der Logistikbranchen, sollen zuerst Mütter und Frauen, danach Väter und verheiratete kinderlose Männer, dann die kerngesunden Singles und danach die Frauen mit Behinderungen zu berücksichtigen. Nur so können die schwächsten und am ungeschütztesten Menschen in der Gesellschaft, alleinstehende, behinderte Männer ohne Familie und Verwandtschaft auf der Welt, sicher ihren Arbeitsplatz halten und sich vor Alters- und Einkommensarmut schützen.

  2. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Warum ist die Banane Krumm?

    Eines ist sicher: Nicht weil sie zuvor von einer Fachkraft in einer Bananenbiegerei bearbeitet werden muss. Trotzdem hat ein Welthandelsführer Bremerhaven verlassen, der regelmäßig große Mengen dort anlandete. Der Grund liegt vermutlich darin, dass die Fruchtspedition, die für die Entladung auch von Bananen sorgt, alle möglichen kleinen Ablader auch im Programm hat. In den Transporteinheiten der No. 1 auf dem Weltmarkt, wurde noch nie Kokain in deren Kartons gefunden. Für diese Logistik nutzen „Versender“ kleinere Ablader, die womöglich nicht davon wissen.

    Fazit: Diese Entwicklung zeichnete sich schon vor der Wahl zur Bremischen Bürgerschaft ab. Der Wirtschaftssenator der SPD in Bremen entstammt aus Bremerhaven und redete das Wachstum entsprechend schön.

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