„Mein Ziel ist es, dem Abseitigen einen Platz einzuräumen“, sagt Alexandra Rempe, die seit zwei Jahren die Buchhandlung Storm in der Bremer Innenstadt führt. Foto: Schlie
Buchhandel

Besonderes für Leseratten in Bremen

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Zwei Bremer Buchläden wurden mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet.

Fontane, Bauhaus-Architektur, Adorno – wer die Buchhandlung Storm in der Bremer Innenstadt betritt, sucht häufig Literatur abseits des Massenmarktes. „Mein Ziel ist es, dem Abseitigen einen Platz einzuräumen“, sagt Geschäftsführerin Alexandra Rempe, die für ihr Konzept nun mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet wurde.

Vor zwei Jahren übernahm die gebürtige Westfälin die 1897 gegründete Buchhandlung an der Langenstraße, die vor allem im Bereich der Geisteswissenschaften eine große Auswahl an Lesestoff bietet.

Weg vom Mainstream

„Ich habe mich in Storm verliebt, gerade weil es fernab des Mainstreams ist“, sagt die Wahl-Bremerin, die bereits in Nordkirchen über zehn Jahre die Familien-Buchhandlung Miss Marple’s führte.

Vor allem inhabergeführte Buchhandlungen spüren jedoch zunehmend die Konkurrenz der Internetversandhändler. Um sich in dem immer schwieriger gewordenen Marktumfeld zu behaupten, setzen sie auf die Nähe zu den Autoren und Machern hinter den Büchern.

Zahlreiche Lesungen

Alleine im Herbst bietet Storm-Geschäftsführerin Alexandra Rempe mehr als 15 Lesungen an und beteiligt sich mit ihrem Geschäft an der 2. Bremer Literaturnacht, die am 30. August in verschiedenen Buchhandlungen und Verlagen stattfindet.

Das kulturelle Veranstaltungsprogramm kommt bei den Kunden gut an: „Da lechzen die Leute nach“, sagt Rempe, die sich privat querbeet von Krimis über Kochbücher bis hin zu Kunstbildbänden durch alle Genres liest. „Auch um viele Kunden abzuholen“, wie sie sagt.

Persönlichkeit als Qualitätsmerkmal

Neben einem durchdachten Sortiment und abwechslungsreichen Veranstaltungen findet die Buchhändlerin vor allem Fingerspitzengefühl und einen guten Service wichtig, um als Buchhandlung zu überzeugen. „Das leistet der inhabergeführte Einzelhandel“, sagt Rempe.

Wie wichtig Persönlichkeit im Buchhandel ist, weiß auch Axel Stiehler: Seine Frau Sabine führt seit acht Jahren die Buchhandlung Logbuch in der Vegesacker Straße und wurde nun bereits zum vierten Mal mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet.

Eigene Vorlieben verkaufen

Was das Sortiment angeht, fährt das Ehepaar aus Walle eine klare Linie: „Die eigenen Vorlieben verkaufen sich am besten“, sagt Axel Stiehler. Viele Kunden seien genau für diese Empfehlungen dankbar und kämen deswegen wieder. Obwohl Logbuch ein klassischer Stadtteilbuchladen sei, kämen die Käufer inzwischen auch aus dem Bremer Umland.

Neben Belletristik gibt es in dem Waller Geschäft auch Papeterie und Comicromane zu kaufen. „Wir legen Wert auf kleine Verlage“, sagt Axel Stiehler. „Um das Kulturgut Buch zu fördern.“

Aus dem Nähkästchen

Eine weitere Besonderheit der Bremer Buchhandlung sind die sogenannten Werkstattgespräche, zu denen Axel und Sabine Stiehler regelmäßig Illustratoren einladen, die ihre Arbeit vorstellen und „aus dem Nähkästchen plaudern“.

Prominentes Beispiel: Sabine Wilharm, die die deutschsprachigen Harry-Potter-Bände illustrierte. Dieses Konzept habe auch die Jury des Deutschen Buchhandlungspreises erneut überzeugt, so Stiehler.

von Insa Lohmann

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