Beim Rechtsabbiegen entsteht für Lkw-Fahrer ein toter Winkel. Mithilfe eines elektronischen Abbiegeassistenten soll diese Lücke möglichst gut geschlossen werden.Foto: Daimler
Verkehr

Raus aus dem toten Winkel

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Welche Bremer Unternehmen ihre Lastwagen schon mit Abbiegeassistenten umrüsten

Der 31-jährige Radfahrer wollte gerade die Kreuzung überqueren, da erfasste ihn ein Tanklaster. Der Radler wurde lebensgefährlich verletzt, der Lkw-Fahrer erlitt einen Schock. So geschehen in diesem Sommer in Bremen. Es war nicht der erste Unfall dieser Art. Radfahrer und Fußgänger geraten immer wieder in Gefahr, wenn Laster nach rechts abbiegen und der Fahrer das Umfeld nicht voll überblicken kann.

Darum setzen Unternehmen zunehmend auf elektronische Abbiegeassistenten. Über Sensoren und Kameras erkennen sie Personen im toten Winkel und geben dann ein akustisches oder optisches Signal, das den Fahrer auf den Radfahrer oder Fußgänger hinweist.

BSAG bis 2026 ausgestattet

„Von den rund 210 Bussen der BSAG ist derzeit knapp ein Drittel mit einem Abbiegeassistenzsystem ausgestattet“, erklärt BSAG-Sprecher Andreas Holling. In den kommenden Monaten will die BSAG 44 weitere Fahrzeuge mit solch einem System ausrüsten. „Bis 2026 werden dann alle Fahrzeuge ein solches System haben“, verspricht Holling.

Die Müllautos der Bremer Stadtreinigung (DBS) und des Abfallunternehmens Nehlsen sind laut Mobilitätsressort schon mit Abbiegeassistenten ausgestattet. Auch Hansewasser hat seine Kanal-Lastwagen bereits umgerüstet.

BLG nutzt Assistenten bei Neugwagen

Das Logistikunternehmen BLG setzt ebenfalls diese Assistenten ein. „BLG hat in Deutschland rund 500 Autotransport-Lkw im Einsatz. Alle ab 2020 neu gekauften Lkw sind werkseitig mit dem elektronischen Abbiegeassistenten ausgestattet“, erklärt BLG-Sprecherin Julia Wagner.

„Es nutzen schon sehr viele Unternehmen die Systeme. Alle anderen können wir nur dazu aufrufen“, sagt Oliver Mittelmann, Geschäftsführer des Landesverbands Verkehrsgewerbe Bremen und nennt als Beispiele die Anker Transportgesellschaft, Bassen Logistics oder Harms. Am günstigsten sei es laut Mittelmann, neue Lkw mit den Assistenten auszurüsten. „Alte Modelle nachzurüsten, ist bedeutend teurer“, sagt er.

Senatorin für Pflicht

Als Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz setzt sich Mobilitätssenatorin Maike Schaefer dafür ein, die Systeme für Lkw bundesweit schnellstmöglich zur Pflicht zu machen. Nach EU-Recht müssen neue Lkw-Typen ab dem 6. Juli 2022 mit dem Assistenten ausgerüstet sein und alle neuen Lastwagen serienmäßig erst vom 7. Juli 2024 an. Für Maike Schaefer zu spät.

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