Das ehemalige Fabrikgelände soll nach den Plänen der dänischen Toms-Gruppe ab 2023 zu einem lebendigen Wohnquartier umgestaltet werden.Foto: Schlie
Hachez-Gelände

Neue Pläne für Hachez-Gelände

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Der Beirat entscheidet über Forderungen zum Bau des Quartiers in der alten Neustadt.

Von der alten Schokoladenfabrik zum Stadtteilquartier der Zukunft: Die dänische Toms-Gruppe hat als Eigentümer des Hachez-Geländes in der alten Neustadt große Pläne. Doch nicht alle Teile des Vorhabens stoßen auf Zustimmung. Heute will der Beirat Neustadt/Woltmershausen über die Zukunft der ehemaligen Fabrikgeländes sprechen.

Geplant ist, dass 2023 die Bauarbeiten für das Stadtquartier beginnen. Auf einer Fläche von mehr als 10.000 Quadratmetern soll eine Mischung aus Neubau und historischem Bestand entstehen. Fünf Gebäude, darunter die alte Fabrik, das Pförtnerhaus und das Kontorhaus, sollen erhalten bleiben und neue Funktionen im Quartier bekommen. Gewerbe, Kultur und Cafés, aber auch Co-Working und Co-Living sind in den alten Produktionsstätten geplant. Laut den Entwürfen soll das Pförtnerhaus als Orientierungspunkt im neuen Quartier dienen. Um die Bestandsgebäude herum entsteht eine Wohn- und Gewerbefläche. Auch sozial geförderten Wohnraum sehen die Pläne vor.

Verbesserungsbedarf

Der Beirat Neustadt ist mit einem großen Teil der geplanten Neuerungen einverstanden, sieht jedoch noch Verbesserungsbedarf. So möchten Beiratsmitglieder etwa zwei Torhäuser an der Weserstraße sanieren lassen statt sie abzureißen. „Wir möchten außerdem, dass das Ortsamt einen Platz in den Räumlichkeiten findet“, fordert Beiratssprecher Wolfgang Schnecking. Ebenso ist es ihm wichtig, dass im Quartier genossenschaftliches Wohnen ermöglicht wird. „Das muss bei so einem modernen Quartier dazugehören“, sagt er.

Außerdem dürfe sich der Plan für die Begrünung des Quartiers nicht ausschließlich auf die Dächer der Häuser konzentrieren. „Wir wollen einen ausführlichen Grünflächenplan für ein nachhaltiges Gelände“, verlangt er. All diese Forderungen sollen am Donnerstag beschlossen werden.

Vorverkaufsrecht unklar

Unklar ist noch, ob der Beitrat eine Änderung des Vorverkaufsrechts fordern soll. Darum haben die Initiative Schokotopia und der Verein Kultur-Pflanzen einen Bürgerantrag formuliert. Im Kern geht es der Initiative darum, die Reihenfolge des Verfahrens zu ändern. Denn nach den Plänen der Stadt wird es wohl so laufen: Das Gelände gehört dem dänischen Konzern Toms. Der hat vor, das Gelände nach einer Bebauungsplanänderung gemeinsam mit Partnern neu zu bebauen. Zu einem bisher noch ungewissen Zeitpunkt werden dann wieder Flächen an andere Unternehmen verkauft.

Laut den Initiativen würden wohl Firmen wie Cobe und R.C. Spies davon profitieren, indem sie hochpreisige Wohn- und Gewerbeflächen schüfen, die für viele Neustädter nicht erschwinglich wären.

Der Beirat solle die Bremer Politik daher auch an den Koalitionsvertrag erinnern. Dort stehe etwa, man wolle städtische Verfügung über Grund und Boden im Sinne einer strategischen Bodenbevorratung deutlich ausbauen.

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