Osterhase Osterhasen sind ebenfalls ein alter Brauch. Foto: Böhme
Osterbräuche

Gründonnerstagssuppe und Osternacht

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Osterbräuche aus christlichen Traditionen und heidnischen Epochen. Ostern ist das höchste Fest der Christen.

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick, im Tale grünet Hoffnungsglück…“ – so dichtete Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) seine Sicht vom „Osterspaziergang“. Seine Fassung berichtet vom Aufbruch der Menschen aus der Dunkelheit der Wintermonate, denn Ostern ist auch ein Fest zur Begrüßung der wiederkehrenden Natur. Die Tage werden wieder heller und länger, die Sonne steht höher am Himmel und der Winter ist vorbei. Bis in die heutige Zeit haben sich Oberbräuche, teils aus heidnischer Zeit und teils aus christlichen Traditionen, erhalten.

Löwenzahn und Taubnessel

In der Karwoche erinnern Christen an das Leiden und Sterben Jesu Christi. Am Gründonnerstag beginnt die Osterzeit und in vielen Gemeinden ist es Tradition, gemeinsam eine „Gründonnerstagssuppe“ zu essen, in Erinnerung an das letzte Abendmahl von Jesus mit seinen Jüngern. Sie wird auch als „Neun-Kräuter-Suppe“ bezeichnet, denn sie besteht aus neun Wildkräutern. Es sind die ersten zarten grünen Kräuter aus der Natur, wie zum Beispiel Brennnessel, Giersch, Spitzwegerich, Löwenzahn, Vogelmiere, Taubnessel, Gänseblümchen, Wegerich, Scharbockskraut, Schafgarbe und Gundelrebe. Das erste Grün enthält nämlich viele Vitamine und Mineralstoffe. Dabei geht der Name Gründonnerstag keineswegs auf Kräuter zurück. Sondern auf das Wort „Greinen“ oder „Weinen“.

„Stiller Freitag“

Der Karfreitag wurde in früheren Zeiten auch als „Stiller Freitag“ bezeichnet und sämtliche laute Feierlichkeiten waren behördlich untersagt. Es sollte ein Tag zur stillen Besinnung begangen werden. Aufführungen von Johann Sebastian Bachs „Matthäus-Passion“, die die Leidensgeschichte Jesu erzählt, ist am Karfreitag in einigen Kirchen zu hören.

Symbol für die Sonne

Am Abend vor dem Ostersonntag, in der Osternacht, brennen traditionell die Osterfeuer. Sie gehen auf heidnische Osterbräuche zurück. Der älteste Beleg für ein Osterfeuer geht auf eine Notiz in Hasselfelde im Harz im Jahre 1559 zurück. Das Licht des Feuers symbolisiert die Sonne, die die Dunkelheit besiegt.

Höhepunkt des Festes

Höhepunkt ist der Ostersonntag. Gläubige feiern in aller Frühe die „Auferstehungsmesse“ zum Ende der Osternacht. Osterkerzen werden entzündet, sie sind Symbol den auferstandenen Christus. Der Ostersonntag ist auch Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten für die Familien: Kinder erwarten den Ostermorgen gespannt und machen sich auf die Suche nach Ostereiern und anderen kleinen Ostergeschenken. Oft gehört der Osterspaziergang, wie schon Goethe ihn beschrieb, zum Osterfest in den Familien.

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