Das Residenzschloss wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und später mit Originalsteinen wieder aufgebaut – ein bisschen jedenfalls.Fotos: Wachtel Das Residenzschloss wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und später mit Originalsteinen wieder aufgebaut – ein bisschen jedenfalls. Fotos: Wachtel
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Mit dem Kanu rund um die City

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Was das niedersächsische Braunschweig bietet: ein trügerisches Schloss und jede Menge Sehenswürdigkeiten.

Niedersachsens zweitgrößte Stadt zeigt sich zunächst etwas zurückhaltend. Reisende, die aus dem Hauptbahnhof in Braunschweig kommen, drängt sich die Innenstadt nicht sofort auf.

Rund eine Viertelstunde müssen sie schon laufen, um sie zu erreichen. Gut, es geht auch schneller. Bus und Straßenbahn sind schneller. Mit der 1,2 oder 3 ist man binnen weniger Minuten an der Haltestelle „Schloss“.

Dort steht tatsächlich ein Schloss, zumindest sieht es auf den ersten Blick so aus. Doch die Fassade des Residenzschlosses trügt.

Europas größte Quadriga

Denn das Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, 2007 zwar mit Originalteilen wieder aufgebaut, aber im Innern steckt jetzt ein Einkaufszentrum.

Aber auch das Schlossmuseum ist dort untergebracht. Und wer keine Angst vor Höhen hat, kann zudem die größte Quadriga Europas besuchen. Der Aufstieg befindet sich rechts neben dem Portikus.

Nach dem Shoppen kann man sich in einem der Cafés ausruhen und vielleicht Musik oder ein Drama genießen. Denn das Staatstheater steht direkt hinter dem Residenzschloss.

Bunte Pop-Art-Kunst des Künstlers James Rizzi schmücken das nach ihm benannte Gebäude.

Kulturell geht es daneben weiter: Im Happy Rizzi House kann man die farbenfrohe Pop Art des New Yorker Künstlers James Rizzi genießen. Das Gebäude ist jedoch nicht öffentlich zugänglich, da es als Büro genutzt wird.

Doch wer schon beim Rizzi House ist, kann einen Abstecher in eine der fünf „Traditionsinseln“ der Löwenstadt unternehmen.

Shopping auf dem Altstadtmarkt

Das Magniviertel versprüht mit seinen Fachwerkhäusern einen urigen Charme. Kein Wunder, ist das Viertel doch eine von fünf Siedlungen aus der Braunschweig entstanden ist. Am Löwenwall befindet sich das Städtische Museum mit einer Sammlung der lokalen Kunst- und Kulturgeschichte.

Dann geht es weiter mit Shoppen: auf den Altstadtmarkt. Gegenüber liegt die St. Martini-Kirche aus dem 12. bis 14. Jahrhundert und das Altstadt-Rathaus.

Es gilt als eines der schönsten gotischen Baudenkmäler der Stadt.

Einen schönen Ausblick auf die Löwenstadt bietet der 61 Meter hohe Rathausturm. Auf dem angrenzenden Platz der Deutschen Einheit steht in Erinnerung an die deutsche Wiedervereinigung ein Fragment der Berliner Mauer.

Burg Dankwarderobe war der Sitz von Heinrich dem Löwen.

Nicht weit davon entfernt liegt der evangelisch-lutheranische Dom St. Blasii. 1173 stiftete Heinrich der Löwe, ein Cousin Friedrich Barbarossas, den Dom.

Eine Gedenktafel erinnert an Heinrichs Sohn, Otto IV., den deutschen Kaiser.
Geschichtsträchtig ist auch die Burg Dankwarderobe.

Stadterkundung auf dem Floß

Im 12. Jahrhundert baute der Welfe Heinrich der Löwe Braunschweig zum Zentrum seiner Macht aus. Teile des Welfenschatzes sind in der Burg ausgestellt. Mitten auf dem Burgplatz steht der bronzene Löwe, den Heinrich etwa 1166 als erste freistehende Plastik nördlich der Alpen errichtete.

Wer es sportlicher mag, kann sich Paddel und Kanu schnappen. Denn wie ein Ring umfließt die Oker die Innenstadt. Alternativ gibt es auch gemütliche Floßfahrten. So kann man auch den historischen Stadtkern von einer anderen Perspektive aus genießen.

Der evangelisch-lutheranische Dom St. Blasii wurde 1172 von Heinrich dem Löwen gestiftet.

Fakten

Fahrtdauer: Bremen–Braunschweig etwa 2.4 Stunden mit Umsteigen in Hannover.

Verbindungen: RE 1 bis Hannover. Ab Hannover WFB RE 60/ WFB RE 70.

Info: bahn.de

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