Der Modeanbieter Faex richtete mithilfe der Wirtschaftsförderung Bremen einen Shop in der City ein. Nicht alle bezuschussten Geschäfte konnten sich halten. Foto: Schlie
Pop-up-Stores

Pop-up-Stores: Wie es den Läden in der City geht

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Welche geförderten Pop-up-Läden sich in Bremen halten konnten und was sich 2023 in der City verändert.

Bremens City strahlt wieder. Zumindest 15 Tage lang. „Lichtblicke“ heißt die Aktion, die am 1. Januar gestartet ist. Sobald es zu dämmern beginnt, lässt die City-Initiative auf zehn Gebäude bunte Bilder projizieren, etwa auf das Rathaus und den Schütting. Bis zum 15. Januar. Dann wird es wieder duster. Vorerst.

„Goodbye“ steht auf dem Plakat, das an der Glastüre klebt. Seit acht Wochen ist das Restaurant an der Bischofsnadel, Ecke Domshof verwaist. Dean & David zog aus. Ein Nachfolger ist nicht zu sehen.

Wenige Meter weiter die ehemalige Filiale der Bäckerei Otten – leer. Das frühere Maredo-Restaurant in der Nähe – leer. Die frühere Apotheke Schlüsselkorb – leer. Der Kinderladen Stadt, Land, Kids schräg gegenüber – leer.

Pop-up-Länden sind Erfolgsstory

Leere Läden auch an der Sögestraße, an der Obernstraße und an der Hutfilterstraße. Einladend wirkt das Szenario nicht. Nicht auf Shop-Betreiber, nicht auf Besucher. Das hat auch die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) erkannt und – der Name ist Programm – so genannte Pop-up-Stores gefördert. Sie mietete leerstehende Läden an und überließ sie aufstrebenden Unternehmen mit ungewöhnlichen Konzepten.

„Die Pop-up-Wettbewerbe sind eine Erfolgsstory“, freute sich Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt, der die WFB untersteht. Acht Unternehmern konnte sie seit 2020 Räume vermitteln. Doch vier Läden mussten schon wieder schließen – trotz üppiger Starthilfen. Denn für das erste Jahr übernahm die WFB die Miete, außerdem zahlte sie Zuschüsse zu den Investitionskosten und zu den Personalkosten.

Einige Läden konnten sich halten, andere nicht

Allein das Kaufhaus Ekofair, das früh einen Zuschlag erhielt und in die ehemalige Gerry-Weber-Filiale an der Obernstraße einziehen durfte, kassierte von der Stadt 20.000 Euro für den Innenausbau und 50.000 Euro fürs Personal. Außerdem übernahm die WFB für 13 Monate die Miete.

Doch es half nicht. Ekofair musste wieder ausziehen. Jetzt versucht sich dort ein Outlet-Store – ohne Förderung durch die WFB.

Anders Faex, auch ein geförderter Pop-up-Store. Der Modeanbieter kann sich bisher behaupten, zog allerdings von der Sögestraße in die offenbar billigere Knochenhauerstraße um. Der Second-Hand-Anbieter Wanted Vintage unterschrieb bereits einen regulären Mietvertrag und schnappt sich zudem den Konkurrenten Hello Good Buy in der Obernstraße, den die WFB auch bezuschusste.

2023 ist kein Pop-up-Wettbewerb geplant

Auch die beiden einzigen Pop-up-Restaurants existieren noch: Iagom bleibt in der Alten Schnoorkrämerei und Plantenköök im Forum Am Wall. Das vegane Restaurant unterschrieb jüngst einen mehrjährigen Mietvertrag.

Trotz der immer noch vielen Leerstände plant die WFB keinen weiteren Pop-up-Aufruf. „2023 werden wir neue innovative Handelskonzepte über andere Instrumente fördern“, kündigt WFB-Sprecherin Juliane Scholz an. Details kann sie noch nicht nennen.

Viele Neueröffnungen in diesem Jahr

Bis Ende Januar läuft noch ein anderer Wettbewerb: „Neu gedacht, neu gemacht“. Etablierte Geschäfte werden für neue Konzepte ausgezeichnet. Allein dem Erstplatzierten winken 50.000 Euro. Insgesamt schüttet die WFB an alle acht Preisträger 245.000 Euro aus.

Doch es geht auch ohne Zuschüsse. Der Seifenanbieter Lush etwa zog kurz vor Weihnachten in die Sögestraße ein, der Juwelier Wempe modernisierte seine Filiale, der Küchenhersteller Kvik mietete sich am Wall ein, und das Wallkontor will im ersten Quartal eröffnen, mit Läden im Untergeschoss und im Erdgeschoss.

Die Sanierung des Lloydhofs geht dem Ende entgegen, und der Umbau des Balge-Quartiers läuft. Wahre Lichtblicke für die City – und das ohne Videokunst.

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