Die Wanderbäume zeigen nicht nur neue Wege für Stadtbegrünung auf, sondern sollen auch soziale Treffpunkte in der Nachbarschaft werden. Foto: Schlie Die Wanderbäume zeigen nicht nur neue Wege für Stadtbegrünung auf, sondern sollen auch soziale Treffpunkte in der Nachbarschaft werden. Foto: Schlie
Stadtbegrünung

Bäume auf Wanderschaft

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Mobile Pflanzkästen machen Bremer Straßen jetzt grüner und bieten Sitzgelegenheiten

Insgesamt sieben Kästen stehen seit dieser Woche in der Graf-Moltke-Straße in Schwachhausen. Sie bestehen aus Sitzgelegenheiten, Blumenbeeten und einem Baum in der Mitte.

Diese sogenannte „Wanderallee“ ist schon erfolgreich in anderen Städten erprobt worden und kommt nun nach Bremen.

„Die mobilen Pflanzenkästen werden an Straßen und Plätzen aufgestellt und wandern alle paar Wochen in eine neue Nachbarschaft“, erzählt Mike Martens, der das Projekt für den Verein Sozial Ökologie leitet.

Die ursprüngliche Idee kam aus dem Fachausschuss Umwelt und Klimaschutz des Schwachhauser Beirats. „Wir wollten ein größeres Klimaschutzprojekt umsetzen und haben uns dann einstimmig für diese Idee entschieden“, sagt Beiratssprecherin Gudrun Eickelberg.

SWB fördert Projekt

Mit der Finanzierung war es im Beirat trotz des Beschlusses schwierig. „Deswegen haben wir uns bei der SWB beworben, die mit ihrer Umweltinitiative grüne Stadtteilprojekte fördern“, erklärt Eickelberg.

Als sie den Zuschlag erhielten, ging es los. „Inspiriert von den Wanderbäumen anderer Städte haben wir mit einem Schreiner, einem Designer und mehreren Baumexperten die Bremer Module entworfen“, so Martens.

„Die Wanderallee hat zwei Aufgaben. Einerseits ist sie ein Impulsgeber für mehr Stadtbegrünung und kann zeigen, wie die Straße grüner und mit weniger Autos aussehen kann.“ Andererseits sind die Bäume durch die Sitzgelegenheiten auch soziale Treffpunkte.

Parkplätze werden nicht blockiert

„Die Bäume sind tolerant gegenüber Hitze und Trockenheit und kommen mit den klimatischen Veränderungen klar“, sagt Martens. Später wird der Baum fest verpflanzt.

Die Module sind von Hand bewegbar und messen rund 1,5 mal 1,5 Meter. Es sei nicht der Wunsch, die Straßennutzung einzuschränken und Fahrradwege oder Parkplätze zu blockieren. „Es geht eigentlich kein Parkraum verloren“, sagt Beiratssprecherin Eickelberg.

Martens ergänzt: „In Absprache mit den Anwohnern haben wir vor allem Restflächen genutzt, am Fahrbahnrand zum Beispiel zwischen zwei Garagenzufahrten oder schmale Randstreifen zum Aufstellen genutzt, die bisher illegal von Kfz beparkt wurden.“

Die Bremer FDP-Bürgerschaftsfraktion, die sich auch im Wahlkampf als Auto-Partei dargestellt hat, hat sich direkt zu den Wanderalleen geäußert und findet, dass die Parkflächen durch die Platzierung mobiler Bäume weiter verknappt werden.

In anderen Stadtteilen sei die Aktion auch schon gut angekommen: „Findorff und die Neustadt haben sich bereits erkundigt, ob die Allee demnächst zu ihnen rollen kann“, so Beiratsmitglied Eickelberg. Ein Modul kostet etwa 1.750 Euro. „Darin sind Konzeption, Material und Bau der Module sowie die Bäume selbst enthalten“, erklärt Martens. Sein Ziel ist es, an die Zahlen in Köln heranzureichen: „Da sind 30 bis 40 Module unterwegs. Das wäre auch meine Wunschvorstellung für Bremen.“

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