Vor dem Werk von CSM in Delmenhorst gab es nachmittags eine Kundgebung. Foto: Konczak
Mehr Lohn gefordert

Streik bei CSM

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In Delmenhorst und Bremen legen hunderte Beschäftigte des Backmittelherstellers CSM die Arbeit nieder.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat erste Warnstreiks bei der CSM Deutschland GmbH gestartet. Nach ergebnisloser Verhandlung zur Erhöhung der Einkommen der Beschäftigten erhöht die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber.  Am Produktionsstandort in Delmenhorst, in der Hauptverwaltung in Bremen sowie im Außendienst sind am heutigen Dienstag, 9. Januar, 350 Mitarbeiter seit 14 Uhr zum Ausstand aufgefordert, zudem gab es nachmittags eine Kundgebung. Bestreikt werden die Spät- und Nachtschicht-Zeiträume (14 bis 6 Uhr). Die Gewerkschaft NGG fordert für die Beschäftigten 450 Euro mehr pro Monat und für Auszubildende 200 Euro.

„Besondere Erwartungen“

„Die Warnstreiks der Beschäftigten sind ein deutliches Zeichen an die Arbeitgeber: Sie sind streikbereit und werden sich nicht mit Kleingeld abspeisen lassen“, sagt Rajko Pientka, Verhandlungsführer der Gewerkschaft NGG. Mit Blick auf die historischen Inflationsraten, die nach wie vor in Form massiver Preissteigerungen seit den letzten Entgelterhöhungen auf die Haushaltskassen drücken, gebe es in den Belegschaften „völlig zu Recht besondere Erwartungen“, so Pientka. „Die Entgelte müssen überproportional steigen, um mindestens auf das Kaufkraftniveau der vergangenen Jahre zurückzukommen.“ Kolleginnen und Kollegen, die in der untersten Entgeltgruppe eingruppiert sind, bekommen aktuell am Monatsende ein Bruttoeinkommen von 2.159 Euro. Das entspricht aktuell einem Stundenentgelt von 13,08 Euro. Große Sprünge seien schon vor der Kostenexplosion in Folge der Krisen der jüngeren Zeit mit diesem Einkommen nicht möglich gewesen.

Weitere Streiks möglich

Die Erwartungen an die zweite Verhandlungsrunde am 11. Januar in Bremen seien hoch. Die Rückmeldung aus den Betrieben sei eindeutig: Wenn die Einkommen nicht überproportional steigen, würden weitere Streiks folgen.

CSM Deutschland beschäftigt rund 600 Mitarbeiter in den Produktionsstätten Delmenhorst und Neu-Ulm/Gerlenhofen sowie in der Verwaltung, Forschung und Entwicklung an den Standorten in Bremen und Bingen. Gegenstand der Gesellschaft ist unter anderem die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von Backmitteln und Backwaren sowie Konditoreiartikeln. Zielgruppe des Zutatengeschäfts der CSM Deutschland GmbH sind das Bäckerhandwerk, industrielle Großbäckereien und die Lebensmittelindustrie im In- und Ausland.

 

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