Marten Benjes ist oft in der Werkstatt anzutreffen. Eigentlich wollte er dort einen steckbaren Gitarrenständer entwickeln. Aktuell produziert er Messebedarf für die Windkraftbranche.
Creative Hub

Mehr Platz zum Ausprobieren

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38 Projekte profitieren von Raumförderung im Creative Hub in der alten Kinderklinik

Kistenschleppen im Creative Hub. Nachdem im vergangenen Jahr aufgrund von Brandschutz-Vorschriften nur die untere Etage der ehemaligen Kinderklinik an der Friedrich-Karl-Straße genutzt werden konnte, darf nach einem kleinen Umbau nun auch die erste Etage wieder bespielt werden. Davon profitieren 38 Projekte, die sich erfolgreich beim Träger Visionskultur für eine Raumförderung beworben haben. Anfang der Woche haben die Nutzerinnen und Nutzer ihre Verträge unterschrieben.

Nutzung der ehemaligen Kinderklinik

Etwa Siegfried Bank, der sich als Maler versuchen will. Er sei mal Manager gewesen, erzählt er über sich. Als Gesellschafter und Berater hat er immer noch Kontakt zum alten Job. Doch seine Zukunft sieht er in der künstlerischen Auseinandersetzung mit Themen wie dem Klimawandel oder der ungerechten Verteilung zwischen Nord- und Südhalbkugel.

Oder Marten Benjes. Früher hat er Messebedarf für die Windkraftbranche produziert. Zum Beispiel zwei Meter große Modelle von Windkraftanlagen. Dann kam Corona und es gab keine Messen mehr. Eigentlich wollte der Hobbymusiker dann im Creative Hub einen Gitarrenständer entwickeln und zur Produktreife führen. Der Patentantrag für sein Stecksystem war schon vorbereitet. Doch dann meldeten sich seine alten Kunden aus der Windkraftbranche wieder. Also baute Benjes erstmal wieder Ausrüstung für Messestände und Visitenkartenetuis aus Faserverbundkunststoff. Den Traum vom Gitarrenständer hat er aber noch nicht aufgegeben. „Ich würde gerne mal ein Massenprodukt machen“, sagt er.

Raumteilung abhängig von Auswahlkriterien

Die Hub-Nutzer mit eigenen Räumen sind innerhalb der Gemeinschaft von rund 300 Mitgliedern privilegiert. Normalerweise muss man sich die Büros, Werkstätten und Studios mit anderen Nutzern teilen. „Alle konnten sich bewerben. Wir haben geguckt, wer wirklich oft da ist, wer einen Raum für sich braucht“, erklärt Marc Fucke, Geschäftsführer von Visionskultur die Auswahlkriterien. Voraussetzung, um einen eigenen Raum zu behalten, sei intensive Nutzung. Auch die Teilnahme an Workshops und am Coachingprogramm gehören dazu. „Am Ende sollen alle in der Lage sein, in die Selbstständigkeit zu gehen“, erklärt Fucke.

Hilfe kommt auch von der Gewoba

Aus Menschen mit guten Ideen Unternehmerinnen und Unternehmer zu machen, ist aber eigentlich nur ein schöner Nebeneffekt. „Unser Ziel ist es, Bremen als Innovations- und Gründungsstandort attraktiv zu machen“, sagt Fucke. Dafür bekommt das gemeinnützige Unternehmen finanzielle Unterstützung von der Wirtschaftssenatorin. Entscheidende Hilfe kommt auch von der Gebäudeeigentümerin, der Gewoba. „Wir müssen nur Strom bezahlen“, sagt Fucke dankbar.

Bis Ende des Jahres ist die Nutzung des Gebäudes noch sicher. Sollte das Immobilienunternehmen dann mit dem Umbau zu Wohnungen beginnen wollen, müsste Visionskultur nach einem neuen Ort für den Creative Hub suchen, der zuvor im ehemaligen Bundeswehrhochhaus beheimatet war. „Das Konzept hier ist genial“, meint Benjes, „es wäre echt schön, wenn man mal längerfristig planen könnte.“ Fucke stimmt zu.

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