Fundtiere, die sich nicht anfassen lassen, können in sogenannten Lebendfallen gefangen werden. Die Drahtkäfige bietet das Tierheim Bergedorf gegen eine Leihgebühr an. Foto: Martina I. Meyer
Tierschutz

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Tierheim Bergedorf kümmert sich auch um Fundtiere aus Delmenhorst / Gute Auslastung

Eine Katze, die im Vorgarten herumstreunert, ein Hund, der niemandem zuzuordnen ist, ein Kaninchen als Gast – als „Fundtier“ gelten jene Haustiere, die sich verirrt haben, ihrem Halter dauerhaft entlaufen oder verloren gegangen sind. Was also dann tun? Bei Fällen dieser Art in der Stadt Delmenhorst ist das Tierheim Bergedorf zuständig – nicht, wie man meinen könnte, der Tierschutzverein Delmenhorst und Umgebung. Seit 1. Januar 2015 besteht der Fundtiervertrag zwischen der Stadt und der Einrichtung in der Gemeinde Ganderkesee. Er verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn er nicht gekündigt wird.

Voraussetzung für die Aufnahme von Fundtieren

„Die Leistung wurde öffentlich ausgeschrieben und das Tierheim Bergedorf war der einzige Bieter“, schildert Stadtsprecher Timo Frers auf Nachfrage. Es seien bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Dazu zählten unter anderem, dass gesichert Personal anwesend ist, eine Ausbildung zur/zum Tierpfleger/in und die Sachkunde zum Halten von Hunden nach dem Niedersächsischen Hundegesetz. Zudem werde eine Erreichbarkeit von 24 Stunden an sieben Tage die Woche benötigt, um Tiere jederzeit übernehmen zu können.

„Wir bekommen viele Anrufe aus Delmenhorst. Oft hat der Tierschutzverein an uns verwiesen oder das Veterinäramt“, sagt Yvonne Feye, Tierpflegerin beim Tierheim Bergedorf. In der Tat würden die meisten Anfragen aus der Delmestadt kommen, als größte Kommune im Zuständigkeitsbereich des Tierheims, der sich über den Landkreis Oldenburg erstreckt. Für Notfälle ist die Notfallnummer des Heims bei der Polizei hinterlegt.

Unterschiedliche Vermittlungsdauer

Derzeit sind die Bergedorfer Tierschützer gut ausgelastet. Hunde, Katzen, Kaninchen oder auch Hühner tummeln sich unter ihrer Obhut. Etwa zwei bis drei Hunde und Katzen ziehen aktuell pro Woche ein. „Katzen finden eigentlich schnell wieder ein neues Zuhause. Bei Hunden kommt es auf die Rasse an. Und ein kleinerer hat größere Chancen, genommen zu werden“, weiß Feye. Manche Langzeitbewohner verbringen sogar mehrere Jahre im Heim.

Besteht der Eindruck, dass ein Tier bei jemandem schlecht gehalten wird, ist das Veterinäramt Ansprechpartner. „Wir selbst können nicht beschlagnahmen“, erklärt die Tierpflegerin. „Zwischendurch“, so Feye, komme auch ein Anruf zu diesem Thema. Hat das Veterinäramt ein Tier beschlagnahmt, kommt es ins Tierheim. An einen besonderen Härtefall erinnert sich Feye gut. Erst im vergangenen Sommer kamen 13 Katzen aus einer Messiewohnung in ihre Obhut. Jedes neue Tier wird vom Tierarzt untersucht. Seine Arbeit finanziert das Tierheim aus Spenden, daneben gibt es eine Pauschale von der Gemeinde.

Lebendfallen für verwilderte Katzen

Läuft ein Haustier zu, lässt sich aber nicht einfach einfangen, bietet das Tierheim Bergedorf zusätzliche Hilfe an. Drahtkäfige, sogenannte Lebendfallen, funktionieren ähnlich wie eine Mausefalle. „Sie bieten sich vor allem für verwilderte Katzen an, die sich nicht anfassen lassen“, erklärt Feye. Platziert man Futter im Käfig, betritt ihn das Tier und löst einen Mechanismus aus, der die Klappe schließt. Drei Lebendfallen bietet das Tierheim Bergedorf gegen eine Leihgebühr von 100 Euro an – das Geld erhält man selbstverständlich zurück. „Die Fallen werden gut genutzt, aber viele haben sie tatsächlich nicht so auf dem Schirm“, sagt Feye. Und woran unterscheidet man eine verwilderte Katze von einer entlaufenen? Eigentlich wäre das nicht schwer, denn in Delmenhorst besteht Chipflicht für Katzen, die sich auch draußen aufhalten. Doch viele Besitzer halten sich daran nicht, weiß Tierpflegerin Feye.

Das Team steht gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung. Mehr Infos gibt es auf tierheim-bergedorf.de. Kontakt Fachdienst Veterinär- und Ordnungswesen der Stadt Delmenhorst: Telefon: 04221/99 11 32, E-Mail veterinaer.ordnung@delmenhorst.de.

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