Stadtticket PuC Pro und Contra Kosten Überall mit Freunden und Mitschülern hinfahren können: Sollen Kinder sozial benachteiligter Elter bald kein kostenloses Stadtticket mehr bekommen? Darüber streiten sich zwei Mitglieder der Bürgerschaft. Foto: Marcus Schmidt, Portraits: CDU, Linke
PRO & CONTRA

Soll das Stadtticket für Kinder etwas kosten?

Von
So sehen es Mitglieder der Bürgerschaft von der CDU und den Linken

Pro

Pro und Contra P. u. C. PuC Stadtticket Grönert CDU

Sigrid Grönert,
Sozialpolitische Sprecherin CDU-Bürgerschaftsfraktion

Die kostenlose Nutzung des Stadttickets für Kinder klingt auf den ersten Blick nach sozialer Gerechtigkeit, doch die Realität sieht anders aus. Die Finanzierung dieses Modells hat sich zu einer immensen Belastung entwickelt: Statt der ursprünglichen 4-Millionen Euro kostet das Ticket die Stadt Bremen heute über 18-Millionen Euro jährlich. Dabei wurden die Regelsätze für Bürgergeldempfänger, auch für Kinder, längst an die Inflation angepasst.

Für den Bereich Mobilität stehen Erwachsenen heute 50,49 Euro zur Verfügung, weit mehr als aktuell die Ticketkosten in Bremen. Benachteiligt werden jene, die knapp über der Sozialhilfeschwelle leben und für reguläre Tickets tief in die Tasche greifen müssen.

Statt soziale Ungerechtigkeit zu verschärfen, braucht es eine faire Anpassung: Kinder sollten künftig wieder angemessene Beträge zahlen – wie Erwachsene. Nur so bleibt Mobilität leistbar, ohne die Allgemeinheit unverhältnismäßig zu belasten.

 

Contra

Pro und Contra P. u. C. PuC Stadtticket Sültenfuss

Tim Sültenfuß, Verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke

Seit vier Jahren fahren Kinder und Jugendliche kostenlos, deren Familien wenig Geld haben. Ein echtes Stück soziale Politik der rot-grün-roten Koalition!
Vorher kostete das Stadtticket 30,30 Euro monatlich und war damit doppelt so teuer wie etwa das ermäßigte Schülerticket in Berlin. Für jedes Kind 30 Euro im Monat zu zahlen, einfach nur, damit es in der Stadt mobil sein kann: eine enorme Belastung für Familien, die auf Bürgergeld angewiesen sind oder Wohngeld benötigen, um ihre Miete zu zahlen.

Schon jetzt leiden sie unter massiv gestiegenen Preisen. Allein die Lebensmittelpreise liegen heute 34 Prozent über dem Niveau von 2019. Laut Expertinnen und Experten reicht das Bürgergeld nicht aus für die gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen.

Solange der Bund so miserabel kalkuliert und Familien damit in Existenznöte treibt, ist es geboten, dass Bremen aushilft. Alle Kinder haben das Recht auf Mobilität, egal wie viel ihre Eltern verdienen!

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