53 Bewerber habe es gegeben, letztlich fiel Wahl des Nachfolgers von Michael Börgerding als neuer Intendant des Bremer Theaters aber wohl nicht zu schwer, wie man den Worten von Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz entnehmen konnte: Armin Petras ersetzt ab der Spielzeit 2027/2028 den Anfang 2025 verstorbenen Michael Börgerding.
Petras überzeugte Komission
„Wir haben uns für Petras entschieden, weil er bewährte Arbeit immer wieder mit Elementen der Erneuerung zu versehen weiß, was seinen Stil über seine gesamte Karriere hinweg immer wieder besonders geprägt hat“, so Emigholz. Der zehnköpfigen Kommission, die über die Personalie entschied, war wichtig, jemanden zu finden, der nicht nur neue Ideen einbringt, sondern vor allem auch die Qualität erhält, so die Staatsrätin.
Schließlich gehe es nicht nur darum, Kunst zu machen, sondern auch für die 400 Mitarbeiter des Hauses Sorge zu tragen – Erfahrung sei deshalb ein wesentliches Einstellungskriterium gewesen.
Zwei Stellvertreterinnen für den neuen Intendanten
Petras zur Seite stehen Franziska Benack und Frederike Krüger als seine Stellvertreterinnen. Wie genau die Aufgaben unter ihnen verteilt werden, entscheidet das Team in den kommenden Monaten. Der Vertrag ist auf fünf Jahre befristet.
Börgerding hatte 2012 das finanziell angeschlagene Theater Bremen übernommen. Er hat es zusammen mit dem inzwischen ebenso verstorbenen Geschäftsführer Michael Helmbold sowie seinem Fokus auf zeitgenössisches Theater aus der Schuldenkrise geführt und so dafür gesorgt, dass das Haus am Goetheplatz wieder ein Flaggschiff der Bremer Kultur wurde. „Er hat es nicht nur zu einem Aushängeschild Bremens gemacht, sondern der Theaterlandschaft Deutschlands“, so Petras, der seine Intendanz als „anspruchsvolle Aufgabe“ sieht.
Petras war bereits Hausregisseur
Unbekannt ist er in der Stadt übrigens nicht: Petras war ab der Spielzeit 2018/2019 bis 2021/2022 Hausautor und Hausregisseur am Theater Bremen. Er inszenierte in den vergangenen Spielzeiten im Musiktheater unter anderem „Anna Karenina“, außerdem schrieb er das Libretto für die spartenübergreifende Musiktheaterproduktion „Wahlverwandtschaften“. Im Schauspiel gab er 2018 seinen Einstand mit „Love you, Dragonfly“ und in der aktuellen Spielzeit bringt er Tolstois „Krieg und Frieden“ auf die Bühne des Theater Bremen.





