Von einer Trendwende mag Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen- Bremerhaven, noch nicht sprechen. Doch eine positive Tendenz lässt sich aus den Arbeitsmarktdaten für März durchaus ablesen. So ging die Arbeitslosigkeit im Bezirk, der die Städte Bremen und Bremerhaven sowie den Landkreis Osterholz umfasst, im zweiten Monat nacheinander zurück. Auf weiterhin hohem Niveau liegt die Zahl der Arbeitslosen mit 45.281 erstmals seit August 2023 wieder unter dem Vorjahreswert. Die aktuellen Arbeitslosenquoten (Vergleichswert in Klammern: März 2025): Bezirk 10,3 (10,5) Prozent, Stadt Bremen 10,9 (11,0) Prozent, Stadt Bremerhaven 14,3 (15,0) Prozent, Landkreis Osterholz 3,8 (3,6) Prozent. Grundsätzlich ist ein Rückgang der Arbeitslosigkeit im März nichts Ungewöhnliches. Der aktuelle Rückgang von 1,5 Prozent entspricht genau dem Mittelwert der vergangenen zehn Jahre.
Gute Grundlage
„Die Zahlen zeigen, dass unsere Wirtschaft eine gute Grundlage hat. Ich wünsche mir natürlich, dass daraus ein Trend wird“, kommentiert Ossmann die Zahlen. Auf den Arbeitsmarkt hätten unterschiedliche Entwicklungen eingewirkt. „Es konnten mehr zuvor arbeitslose Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Arbeitsaufnahme beenden. Auffällig war hier die Zeitarbeit und das Reinigungsgewerbe. Gleichzeitig mussten sich aber auch mehr Personen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos melden“, erklärt Ossmann.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Im März waren 1.363 Personen mehr an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen Teil als ein Jahr zuvor. Maßnahmen-Teilnehmer werden statistisch nicht zu den Arbeitslosen gerechnet. Sie werden zusammen mit Arbeitslosen in der Unterbeschäftigung erfasst. Doch auch hier liegt die Zahl im Bezirk mit 56.518 Personen um 2,2 Prozent unter dem März 2025.
Mehr offene Stellen
Auf eine positive Entwicklung lassen auch die Stellenangebote hoffen. Im März wurden der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven von den Betrieben 1.788 Stellen neu zur Besetzung aufgegeben. Das waren 175 Stellen oder +10,8 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich gab es eine Zunahme um 67 Stellen oder +3,9 Prozent. Der Bestand an offenen Stellen stieg gegenüber Februar um 166 auf jetzt 7.315. Es war der zweite Monat mit einem Anstieg des Bestandes in Folge. Dennoch gibt es weiterhin weniger offene Stellen (-142) als vor einem Jahr. Besonders stark war die Zunahme an Jobangeboten in den Bereichen Zeitarbeit und Gastgewerbe.
Auf dem Ausbildungsmarkt gibt es weniger gemeldete Ausbildungsplätze als vor einem Jahr. Aufgrund eines statistischen Fehlers kann die Agentur für Arbeit derzeit keine genauen Zahlen angeben. Sie geht von einem Rückgang um etwa acht Prozent aus. „Das hat mit der Konjunktur zu tun“, meint Ossmann. Sicher ist, dass die Anzahl der Ausbildungsplatzbewerberinnen und- bewerber mit 3.987 um 7,1 Prozent höher liegt als vor einem Jahr.





