
Foto: Marco Meister/M3B
Pro
Andreas Adolph
Leiter der
ÖVB-Arena
Die vollständige Umstellung auf bargeldloses Bezahlen in der ÖVB-Arena ist ein konsequenter Schritt hin zu einem schnelleren, sichereren und komfortableren Veranstaltungserlebnis. Kartenzahlungen beschleunigen Abläufe deutlich, reduzieren Wartezeiten an Gastronomie und Garderobe und sorgen für einen reibungslosen Betrieb. Das ist ein entscheidender Vorteil bei Großveranstaltungen. Gleichzeitig erhöht der Verzicht auf Bargeld die Sicherheit für Mitarbeitende, da Risiken durch Bargeldbestände entfallen.
Da bereits heute 90 bis 95 Prozenz der Gäste bargeldlos zahlen, orientiert sich die Maßnahme klar an realem Nutzerverhalten. Zudem ermöglichen digitale Prozesse mehr Transparenz und Effizienz im Hintergrund – ein Gewinn für Servicequalität und Nachhaltigkeit gleichermaßen. Ergänzend dazu die Information, dass es eine dreimonatige Übergangsphase geben wird, in der Bargeldzahlungen an einzelnen Ständen möglich sein werden.

Foto: Verbraucherzentrale Bremen
Contra
Marcus Wewer
Vorstand der Verbraucherzentale Bremen
Bargeld auf Konzerten, im Stadion und ähnlichen Großveranstaltungen abzuschaffen klingt bequem – schränkt aber auch ein. Wer nur noch digitale Zahlungssysteme zulässt, schließt Menschen ohne Smartphone, ohne Akku oder mit knappem Budget aus. Wir warnen: Wahlfreiheit beim Bezahlen ist Teil gesellschaftlicher Teilhabe. Bargeld bietet Zahlung ohne technische Hürden. Es schützt die Privatsphäre, denn nicht jeder Kauf muss nachvollziehbar sein – ein zentrales Argument auch der Bargeldinitiative.
Zudem macht es unabhängig von Netzstörungen: Fällt das System aus, steht alles still. Für kleinere Stände bedeutet Bargeld oft weniger Kosten durch die Kartenbetreiber. Konzerte leben von Offenheit, Spontaneität und Vielfalt.
Dazu gehört auch die Wahl, wie wir bezahlen. Bargeld darf deshalb nicht verschwinden, sondern muss als gesetzliches Zahlungsmittel und als verlässliche Option erhalten bleiben.





