robrahn-osterwiese-70prozent-marcus-schmidt Vor der Osterwiese: Rudolf Robrahn vertritt auch die Gastgeber auf dem Volksfest. Foto: Marcus Schmidt
Achterbahn dabei

„Ich war noch nie privat auf der Osterwiese“

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Rudolf Robrahn über das Volksfest ab 27. März / „Keine gravierenden Preiserhöhungen“

Blinkende Lichter mit LEDs satt Glühbirnen, eine Achterbahn, Karussells, Schmalzgebäck ohne tierische Zutaten, knusprig gegrillte Würstchen: Zwischen Hauptbahnhof und Messehallen läuft der Aufbau der Osterwiese. Der oberste Schausteller, Rudolf Robrahn blickt auf das Fest.

Vom 27. März bis zum 12. April werden wieder Zehntausende den Duft von gebrannten Mandeln riechen, Discomusik und das raue „Gewinne, Gewinne, Gewinne“ an Losbuden hören. Außer an Karfreitag – da bleibt der Markt respektvoll geschlossen.

„Musikexpress“ kommt wieder

Rudolf Robrahn, Vorsitzender des Schaustellverbandes Bremen hat schon seine Lieblinge 2026: „Attraktionen sind für mich auch immer wieder die Stammbetriebe. Ich freue mich genauso über einen Musikexpress, der infrage gestellt war.“ Der wurde jetzt doch verpflichtet: „Sonst würde mir etwas fehlen, genauso wie der Autoscooter, wenn der nicht dabei wäre.“

Der Wirt der Elchbar betont: „Wichtig ist, dass wir allen Altersgruppen etwas bieten. Für jeden wie er mag.“ Das Hochfahrgeschäft „Excalibur“ – ein Riesenpropeller mit zwei Auslegern gehöre zu den Attraktionen 2026. „Ich bin auch froh, dass wir mit dem Euro Coaster wieder eine Achterbahn haben“, so Robrahn. „Aufgrund der hohen Gebühren“, meint der Bremer, „wollte im letzten Jahr keine Wildwasserbahn und keine Achterbahn mit auf die Osterwiese“.

Was das Urgestein der Schausteller immer wieder bewegt, sind hohe Kosten für die Stellplätze: „Die Gebührenordnung für Bremer Volksfeste greift jetzt voll.“ Das seien 300 bis 400 Prozent Steigerung seit der letzten Osterwiese. Den Finanzplan, der Grundlage für die Berechnung der Gebühren ist, haben man von der Verwaltung noch nicht erhalten. Das sei aber notwendig, um die Gebührenhöhe nachvollziehen und Einsparpotenziale erkennen zu können.

Die Preise für die Besucher seien schon im letzten Jahr aufgrund der Gebühren gestiegen. „Es soll aber das Vergnügen des kleinen Mannes bleiben“, so Robrahn: „Eine Bratwurst, ein Bierchen oder eine Karussellfahrt müssen noch bezahlbar bleiben.“ Das sei alles hart kalkuliert. Die Preise würden noch abgefragt. Es werde in diesem Jahr wohl „keine gravierenden Erhöhungen“ geben.

Deutschland-Kongress der Schausteller in Bremen

Grüner Strom, Mülltrennung, Verbesserung von Mehrweg-Geschirr: „Da sind wir in Bremen fortgeschritten“, meint Robrahn. In Zeiten des Krieges, sei für ihn die Sicherheit ein Thema: „Da mache ich mir schon Gedanken. Aber der Alltag muss weitergehen.“

Robrahn selbst steht mit seinem gastronomischen Betrieb wieder auf dem Markt. Wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen stammt auch er aus einer Schaustellerfamilie. So ist seine Frau Susanne mit frischen Kartoffeln und speziellen Saucen mit der Gastronomie „Pommes Fritz“ dabei. „Ich war noch nie privat auf der Osterwiese – außer in der Kindheit“, grübelt Robrahn.

Auch jetzt hat er wieder Dienst wie immer seit 1991. Robrahn denkt jetzt schon ans Frühjahr 2027. Dann tagt sein Bundesverband in Bremen. Eine besonderer Moment in seiner langen Karriere aber auch eine organisatorische Herausforderung für ihn.

 

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