Bisher touchiert die Straßenbahn die Überseestadt lediglich mit der Linie 5. Eine Anbindung über die Überseeinsel westlich des Hansators samt Brücke, lässt weiter auf sich warten. Foto: Schlie Bisher touchiert die Straßenbahn die Überseestadt lediglich mit der Linie 5. Eine Anbindung über die Überseeinsel westlich des Hansators samt Brücke, lässt weiter auf sich warten. Foto: Schlie
Straßenbahn

Weiter warten auf die Schiene

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Zwei Jahrzehnte nach dem Masterplan: Straßenbahn in der Überseestadt bleibt Zukunftsmusik

Vor über zwei Jahrzehnten, im Jahr 2003, beschloss der Senat seinen „Masterplan Überseestadt“. Das erklärte Ziel: einen neuen Stadtteil zu schaffen, der floriert, profitabel und lebenswert ist.

Im Vorwort äußerte der ehemalige CDU-Wirtschaftssenator Hartmut Perschau die Erwartung, dass bis Mitte der 20er Jahre alles fertig sei. Noch tanzt das Kran-Ballett im Quartier. An einem Thema laufen die Planungen weiterhin am Schreibtisch: die Anbindung durch den öffentlichen Personennahverkehr.

Straßenbahn in der Überseestadt seit Jahrzehnten geplant

Auch dafür gab es bereits ein Konzept im Masterplan. Eine Mischung aus Straßenbahn und Bussen sollte den Stadtteil erschließen. Während die Busse bereits durchs Quartier rollen, streift die Straßenbahnlinie 5 die Überseestadt nur. Bei der Verbindung durch den Stadtteil ist noch ein gutes Stück Arbeit zu tun.

„Die Variante der Straßenbahnführung über die Überseeinsel (Hoerneckestraße) ist nach wie vor die verkehrliche Vorzugsvariante“, erklärt Aygün Kilincsoy, Sprecher der Mobilitätssenatorin Özlem Ünsal. Künftig soll die Straßenbahn über eine Brücke von der Hoerneckestraße über das Hafenbecken in die Überseestadt fahren und so beide Teile der Überseestadt verbinden. Bereits 2003 war dies die vorgesehene Variante. Derzeit laufen Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit und zum Hochwasserschutz im Bereich der geplanten Brücke, so Kilincsoy. Ergebnisse erwartet das Ressort Ende des Jahres.

Neue Busverbindung ab Sommer in der Überseestadt

Die Busse stellen derzeit eine Verbindung über Walle und Findorff bis zum Hauptbahnhof her. Die Verlängerung einer weiteren Linie im Laufe des Jahres auf die Überseeinsel stellt Aygün Kilincsoy in Aussicht. Jürgen Brodbeck vom Bremer Verband des Verkehrsclub Deutschland (VCD) hält die Situation für nicht ausreichend.

„Hier rächt sich, dass die ÖPNV-Erschließung nicht von Anfang an mitgebaut wurde“, so Brodbeck. Dementsprechend seien zu viele Autos für den vorhandenen Parkraum in der Überseestadt unterwegs. Laut Brodbeck komme es dadurch zu mehr Falschparkern. Erst kürzlich wurden während eines Einsatzes 42 falsch abgestellte Fahrzeuge verwarnt, 25 davon mussten abgeschleppt werden, um die Rettungssicherheit zu wahren.

VCD kritisiert lange Planungen

Hervorzuheben sei zudem die fehlende Erschließung im Nachtverkehr, meint Brodbeck. Diese erfolge ausschließlich durch die Linie N7, die die Überseestadt nur peripher über die Haltestelle „Waller Ring“ erschließt. Für die Bevölkerung ergeben sich so Wege von bis zu zwei Kilometern. Mehr Buslinien, unterstützt durch den Einsatz von Fähren, würden die Situation kurzfristig entschärfen, meint Brodbeck. Generell fordert der VCD das Mobilitätsressort auf, deutlich schneller zu planen.

Die Straßenbahnlinie in die Überseestadt und die dafür notwendige Brücke sollen nicht vor Mitte der 2030er Jahre realisiert werden, erklärt Aygün Kilincsoy. Die Europahafenbrücke würde dementsprechend in das Jahrzehnt der Bremer Brücken fallen. Gleichzeitig soll der Neubau der Bürgermeister-Smidt-Brücke stattfinden. Auch die Fahrradbrücken, die sogenannten Wesersprünge, sollen zumindest ihren Baubeginn in den 2030er Jahren feiern. Wann die Straßenbahn in der Überseestadt fahren wird, bleibt unklar.

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