„Schockiert“, „frustriert“ und „unfassbar wütend“ – Mitglieder des Sportgarten machten kürzlich auf der Beiratssitzung Östliche Vorstadt ihrem Ärger Luft. Grund dafür ist der erste Vorschlag zur Verteilung der Mittel der offenen Kinder- und Jugendarbeit ab 2027. Dieser würde den Sportgarten besonders hart treffen und den Fortbestand in vielerlei Hinsicht bedrohen.
Neue Mittelverteilung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit ab 2027
Dass sich die Mittelverteilung ab 2027 in Bremen grundlegend ändern wird, ist nicht neu. Zum einen werden die Bezirke künftig nicht mehr an die Ortsämter geknüpft: Die Mitte und die Östliche Vorstadt werden mit Findorff zusammengelegt.
Zum anderen sind in einem langwierigen Planungsprozess neue Qualitätsstandards für Einrichtungen, die entweder institutionell oder projektbezogen gefördert werden, erarbeitet worden.
Im November vergangenen Jahres erklärte Felix Seidel, Referent für Jugendhilfeplanung bei der Senatorin für Soziales, dass die Mittel dann aufgrund neu gesetzter Qualitäts- und Einrichtungsstandards verteilt werden. Ein Vorschlag: 90 Prozent der Gelder sollen an Institutionen ausgeschüttet werden, nur noch zehn Prozent an Projekte – eine gute Grundlage, laut Seidel.
Drei Träger werden derzeit in der Mitte und der Östlichen Vorstadt institutionell gefördert: die Friese, das Mädchen_Kulturhaus und der Sportgarten.
Sportgarten soll als Projekt gefördert werden
Das könnte sich nach dem ersten Entwurf ändern. „27 Jahre wurde der Sportgarten institutionell gefördert, und nun sollen wir in eine Projektförderung überführt werden. Das ist schockierend und keine Wertschätzung unserer Arbeit“, erklärt Hanns-Ullrich Barde, Vorstand und Manager des Sportgartens.
Unter diesen neuen Förderbedingungen macht sich Barde ernsthafte Sorgen um die Zukunft des Sportgartens. Die Folgen wären zudem drastisch: Personalabbau und deutlich weniger Öffnungstage. Die Skatehalle und das Medienangebot im Postamt 5 würden zudem wegfallen. Unter der Woche signalisierte die Behörde dem Sportgarten, gemeinsam an einer Lösung arbeiten zu wollen.
„Bei uns trifft sich die ganze Stadt, und wir leisten einen wichtigen Beitrag zur sozialen Integration“, so Barde weiter. Für viele Schüler und Schülerinnen sei der Sportgarten zudem ein Safespace.
Zwei Siebtklässlerinnen der Gesamtschule Hemelinger Straße übergaben der Ortsamtsleiterin Astrid Verena Dietze rund 200 symbolische Unterschriften. Die Schülerinnen haben sie binnen 24 Stunden gesammelt. Zudem starteten die Verantwortlichen eine Petition zum Erhalt des Sportgartens, die innerhalb weniger Tage auf über 8.500 Unterschriften kam.
Beirat unterstützt Sportgarten
Dietze und Beiratssprecherin Carola Schirmer erklärten indes, dass sie vollkommen hinter dem Sportgarten und allen weiteren Trägern stehen, die von Kürzungen bedroht sind. Während der Sportgarten von Kürzungen betroffen ist, soll das Sielwallhaus nach derzeitigem Plan gar keine finanzielle Unterstützung über OKJA-Mittel mehr erhalten. Ein Erhalt wäre so nahezu unmöglich.
„Wenn man darüber nachdenkt, wie viel Geld im gesamten Haushalt ist, brauchen die Träger Peanuts, um weitermachen zu können“, meint Schirmer. Einstimmig forderte der Beirat Östliche Vorstadt den Senat auf, die Mittel zu erhöhen und die Ausfinanzierung der verschiedenen Träger und damit ihr Überleben zu sichern.





