Über das Projekt „Begleitung von Menschen mit Demenz während des Krankenhausaufenthaltes“ wollte sich der niedersächsische Gesundheitsminister Andreas Philippi vor Ort im Osterholzer Kreiskrankenhaus informieren. Hier empfingen ihn Krankenhausleiterin Doris Sonström, Pflegedienstleitung Sönke Caspers und Nicolas Dunkel.
Alzheimer-Gesellschaft mehrfach ausgezeichnet
Die Alzheimer Gesellschaft erhielt im vergangenen Jahr einen Sonderpreis beim DAK-Wettbewerb „Gesichter für ein gesundes Miteinander“ auf Bundesebene. Zuvor war die Initiative auf Landesebene mit dem Sonderpreis „Pflege“ ausgezeichnet worden.
Die Geschäftsführerin der Alzheimer Gesellschaft, Petra Reiß, berichtete, dass seit 2024 die Kooperation zwischen dem Kreiskrankenhaus und der Alzheimer Gesellschaft Lilienthal und Umzu bestehe. Ein Mitarbeiterinnenteam betreut seitdem Patienten mit Demenz im Krankenhaus, weitere 40 ehrenamtliche Frauen und Männer besuchen und betreuen demenziell erkrankte Menschen zu Hause in zurzeit 60 Familien.
„Sie entlasten hier die Angehörigen“, so Reiß. Sie kündigte an, eventuell die Betreuung im Krankenhaus mit einer zusätzlichen Frühschicht zu erweitern. Finanziert werde die Arbeit überwiegend durch Spenden sowie vom Preisgeld des Bundes- und Landeswettbewerbs, „sodass wir weitermachen können!“
Die hauptamtlichen Betreuungskräfte der Alzheimer Gesellschaft unterstützen und entlasten an fünf Tagen jeweils zwei bis drei Stunden die Pflegekräfte im Kreiskrankenhaus. „Das entlastet unsere Pflegekräfte ganz enorm“, betonte Krankenhausleiterin Sonström. Dunkel fügte hinzu: „Wir können uns die Betreuung ohne Unterstützung der Alzheimer Gesellschaft gar nicht mehr vorstellen, es ist für uns eine große Entlastung!“
Die drei Betreuerinnen der Alzheimer Gesellschaft – Monika Thewes, Juliane Bade und Elena Dik – lobten die gute Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal und bekräftigten: „Die Patienten freuen sich, wenn wir kommen und ihnen Zeit schenken“.
„Menschen, die nicht mit der Stoppuhr am Bett stehen“
Gesundheitsminister Philippi wies auf den seit Jahrzehnten fortschreitenden demografischen Wandel und die Zunahme der Demenzerkrankungen hin. Er lobte den Einsatz der Mitarbeiterinnen der Alzheimer Gesellschaft in der Klinik und erkannte die Wichtigkeit für die Betroffenen. Auch Landrat Bernd Lütjen betonte die Notwendigkeit der Kooperation und versicherte, die Arbeit der Betreuungskräfte zu unterstützen.
Am Ende resümierte Philippi und richtete an die Betreuerinnen: „Sie sind der Kitt der Menschlichkeit“. Die persönliche Betreuung mit Gesprächen und Zuwendung sei die beste Therapie. Er sei gerne gekommen, so Philippi, um vor Ort die Preisträgerinnen kennenzulernen. „Machen Sie weiter so, denn Sie sind Menschen, die nicht mit der Stoppuhr am Bett stehen“.
Informationen erteilt die Alzheimer Gesellschaft Lilienthal und Umzu unter Telefon 0173 / 678 47 77.





