Aufgrund von vermehrten Diskussionen, Fragen von Anwohnern und Debatten im Rat der Stadt sowie im Planungsausschuss zu den Tempo-30-Beschilderungen, lud der Erste Stadtrat Torsten Haß zusammen mit Verkehrsexperten der Unteren Verkehrsbehörde der Stadt kurzerhand zu erklärenden Gesprächen ins Rathaus ein.
Keine tödlichen Unfälle seit Einführung von Tempo 30
Zur veränderten Verkehrssituation durch Geschwindigkeitsreduzierungen bemerkte Haß, dass seit der Einrichtung der Tempo-30-Zonen erheblich weniger Unfälle in der Stadt registriert wurden, und vor allem: keine tödlichen. „Das ist das, was wir erreichen wollten“, so der Erste Stadtrat.
Es sei wichtig, das Thema anzusprechen, um auf die Diskussionen und Wünsche der Anwohner einzugehen. Diese sollten sich lieber direkt an die Stadt wenden, so Haß, statt sich in sozialen Medien oder am Stammtisch über die Verkehrssituation zu beklagen.
Uwe Schleucher und Matthias Schulz von der Unteren Verkehrsbehörde berichteten ausführlich über die Verkehrssituationen in der Stadt. Schleucher blickte zurück auf das Jahr 2024. Der Bundesrat erließ damals neue Verwaltungsvorschriften, die die lokalen Verkehrsplaner mit großen Veränderungen konfrontiert hätten.
Eine Neuerung: Im Stadtgebiet vor „sensiblen Einrichtungen“ wie Schulen, Kitas, oder Seniorenheimen sollten Tempo-30-Zonen eingerichtet werden, wenn auch anfangs zeitlich beschränkt. Die Verkehrsbehörde beschloss inzwischen, die Lücken zwischen mehreren Einrichtungen an einer Straße mit durchgängigen Tempo-30-Zonen ohne zeitliche Begrenzung zu schließen. Somit vermehrten sich die geschwindigkeitsreduzierten Bereiche in der Stadt.
Anpassung bei Loger Straße/Ritterhuder Straße
Regelmäßig, alle zwei Jahre, würden neuralgische Punkte mit unfallträchtigen Kreuzungen durch Verkehrsschauen durch Polizei, Landkreis und weitere Verkehrsexperten überprüft und beraten, erklärten die Mitarbeiter der städtischen Verkehrsbehörde. Als Nächstes werde der Bereich Loger Straße/Ritterhuder Straße verändert.
In diesem Bereich sei die Registrierung von Unfällen mit Radfahrern und E-Scootern zurückgegangen. Hier sollen in Kürze neue Schilder aufgestellt werden, die auf eine zeitliche Begrenzung der Geschwindigkeitsreduzierung hinweisen: Das Tempo-30-Schild erhält den Zusatz „werktags von 7 Uhr bis 18 Uhr“.
„Abends und an Feiertagen darf hier dann wieder schneller gefahren werden“, berichtete Matthias Schulz. „Wir probieren das aus – wie wird es sich auf sogenannte Poser auswirken und wie hoch wird die Lärmbelästigung?“ Viele Entscheidungen der Verkehrsbehörde seien zwar nicht für jedermann zufriedenstellend, bemerkte Schulz, „aber wir müssen Entscheidungen treffen“.
Haß sprach den Lärmschutzaktionsplan der Straßenverkehrsordnung an: „Wir werden es weiter beobachten, um die Anwohner vor Lärmbelästigungen zu bewahren“. Weniger Lärm würde sich auch durch den Zusammenschluss der Lücken in Tempo-30-Zonen entwickeln, ohne die stetige Beschleunigung der Autos, bemerkte der Mitarbeiter der Unteren Verkehrsbehörde der Stadt.





