Der Lack ist ab am Stadtteilhaus, die Fassade blättert schmutzig-grau vor sich hin. Das 50 Jahre alte Gebäude, in dem etwa 130 alte Menschen leben, wirkt auf den ersten Blick nicht sehr einladend. Nun steht eine Sanierung an.
„Wir wussten, dass für die Zukunft etwas geschehen muss. Unsere Überlegungen gingen von Abriss bis zur Komplettsanierung“, bekennt Alexander Künzel, Vorstandsvorsitzender der Bremer Heimstiftung. Schließlich hat sich die Stiftung für das komplette Programm entschieden. Sechs Millionen Euro werden für den Bau veranlagt.
Das Pflegeheim bleibt während der Sanierung bewohnt
Bis Ende 2018 sollen unter anderem die einzelnen Appartements größer werden. Geplant sind nun auch fünf Wohnungen, die von Anfang an für Ehepaare ausgelegt sind. „Bisher wurde in solchen Fällen einfach eine Wand zwischen zwei Wohneinheiten eingerissen“, erklärt Architekt Olaf Wendelken.
Besonders kompliziert wird der Umbau, weil das Pflegeheim währenddessen bewohnt bleibt. 60 Mieter müssen zwischenzeitlich ihre Appartements wechseln.
Miete für die Bewohner steigt nicht
„Am Anfang waren die Bewohner zurückhaltend. Es gab Sorgen, zum Beispiel um die alten Möbel. Aber jetzt ist da eigentlich mehr Freude auf was Neues“, erzählt Bewohnerfürsprecher Peter Christiansen.
Dazu hat sicherlich beigetragen, dass die Kosten für die aktuellen Mieter nicht steigen werden. Außerdem können die Senioren mit entscheiden, wie ihre neuen Appartements aussehen – etwa über die Farbe an den Wänden und die Muster am Boden.
Im Stadtteilhaus soll ein Restaurant entstehen
Neben den Wohnungen werden auch die Gemeinschaftsräume verändert. Geplant ist ein Restaurant, das von Bürgern des ganzen Stadtteils genutzt werden kann.
„Wir wollen die Scheu abbauen, in ein Altenheim zu gehen“, erklärt die Hausleiterin Rajivola Perkovic. „Wenn Ehrenamtliche, alte Nachbarn und Kinder durch die Gänge laufen, entsteht eine ganz andere Atmosphäre, als wenn nur Pflegepersonal vor Ort ist.“
Kindergarten bleibt – und wird vergrößert
Auch deshalb soll die Kindergartengruppe des Mütterzentrums weiterhin im Stadtteilhaus untergebracht sein. In der ersten Bauphase bis Ende des Jahres wird die Tagespflege umgestaltet und noch mehr Platz für den Kindergarten geschaffen – so ist es möglich, eine weitere Gruppe einzurichten, dieses Mal für Kinder über drei Jahre.
„Man muss nur einmal sehen, wie Demenzkranke auf kleine Kinder reagieren“, so Perkovic. „Wir versuchen monatelang, einen Zugang zu denen zu bekommen. Die Kinder müssen aber nur einmal um den Tisch laufen, damit die alten Leute lächeln.“